Archiv für Januar 2009

Oliver Berger schrieb am 30. Januar 2009 zuEvents, Online Trends, User Generated Content

radiocamp09 – Ein Juwel in der BarCamp-Landschaft

Barcamper, Podcaster, Mitarbeiter etablierter (also oft 1.0) Rundfunkanstalten und -sender sowie Interessierte an den Themen Audio 2.0, (Live) Streaming und Music on Demand trafen sich heute in Hamburg zum radiocamp09, welches in der Hamburg Media School eine schöne, wenn auch von der Temperatur her etwas kühle, Heimat gefunden hat.

Gleich bei der Registrierung hat mir gut gefallen, dass ich direkt gefragt wurde, ob ich auch zur Abendveranstaltung in der Hamburger Botschaft kommen möchte. Als ich dies bejahte, gab man mir so ein verstellbares Band fürs Handgelenk, mit dem ich dann später Zutritt erhalten sollte. Das hat mir insofern gut gefallen, als dass mit dieser Methode die No-Show Rate auf solchen Veranstaltungen drastisch gesenkt werden kann, da halt nur die Leute auch eingeplant werden, die am Veranstaltungstag vor Ort sind und ihren Willen zur Teilnahme bekunden.

radiocamp09 _1

Auf dem Sessiontable waren sämtliche Themen zu finden, die ich im Umfeld von Webradio erwartet hätte: Vermarktungsstrategien, Radio und Urheberrecht, Regulierung und Lizenzen, Radiomoderator 2.0, Webradio in der Praxis und Podcasting. Aber auch Themen wie Microblogging (als Rückkanal für Live-Moderationen), Metadaten und Social Media Marketing standen auf dem Programm.

Sämtliche Sessions, an denen ich teilgenommen habe (u.a. Podcasting – Krise oder Durchbruch und Audio 2.0), waren neben mir vor allem von interessierten Teilnehmer besucht, die sich den ganzen Tag über aktiv und kritisch eingebracht haben – dies hat das radiocamp für mich enorm wertvoll gemacht, da ich dieses starke Involvieren der Teilnehmer bei anderen Barcamps oft vermisst habe. Ebenso dazu beigetragen haben die jeweils eingeladenen Experten, welche die Podien besetzt hatten (siehe Fotos).

radiocamp09 _02

radiocamp09 _1

Ein Erklärungsversuch für die intensive und oft kontroverse Beteiligung, der im Gespräch mit anderen Teilnehmern Form angenommen hat, ist, dass gerade die eher klassischen Vertreter des Hörfunks Angst um ihre Pfründe und Zukunft haben, da auch sie ganz klar den Trend zu Audio 2.0, User Generated Content (UGC) und (Live)Streaming von Audioangeboten erkannt haben, aber oftmals auf Grund ihrer Strukturen diese Trends nicht unmittelbar bedienen können und dadurch befürchten, den Anschluss zu verpassen.

Erfreulich war auch, dass ich feststellen durfte, dass das Thema “Genehmigungspflicht von Streamingangeboten”, zu dem die AG Social Media wie berichtet eine virtuelle Podiumsdiskussion am 04. Februar in der Zeit von 18:00 bis 19:30 Uhr veranstaltet, in der Session Regulierung/Lizenzierung von Dr. Martin Bahr inhaltlich thematisiert wurde. Wer möchte, kann sich an der Diskussion nächste Woche via make.tv beteiligen, die der AG Social Media ihre Plattform zur Verfügung stellen.

Auch das WLAN, sonst oftmals Quell ständigen Ärgers auf Unkonferenzen, war dank der technisch kompetenten Unterstützung von Christian Rasch von kurzzz.de durchgehend verfügbar und zu keinem Zeitpunkt an seine Leistungsgrenze gekommen. Vielen Dank dafür.

Ein längerer und ausführlicherer Bericht folgt ggf. zu einem späteren Zeitpunnkt – jetzt mache ich mich erst einmal auf in die Hamburger Botschaft zur Afterparty des aus meiner Sicht sehr erfolgreichen radiocamp09.

In unserem flickr-Stream gibt es übrigens auch Fotos vom radiocamp09.

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Oliver Berger schrieb am 30. Januar 2009 zuSocial Networks, Viral Marketing

US Verkehrsbehörde tauscht Verkehrszeichen mit XING gegen solche mit CROSS aus

Viral Marketing Clip oder Tatsachenbericht?

USA tauschen Verkehrsschilder, gesehen auf Twitter

Eben habe ich auf Twitter bei @seboek einen Link zu einem Video auf YouTube entdeckt, dem ich gefolgt bin und dann folgendes Video gezeigt bekam:

Der Clip zeigt einen Reporter an einer Baustelle (vorgeblich in den USA) im Gespräch mit Bauarbeitern, die Verkehrszeichen austauschen (müssen).

(Angeblicher) Hintergrund: Die US Verkehrsbehörde sieht sich durch das deutsche Business Netzwerk XING auf Grund des weltweiten Markenschutzes für XING gezwungen, sämtliche Verkehrsschilder mit XING in den USA gegen CROSS Schilder auszutauschen.

Kostenpunkt: 1.8 bis 2.2 Milliarden $ laut Video.

Mal sehen, ob XING etwas dazu sagen wird. Und wenn ja, was.

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Oliver Berger schrieb am 29. Januar 2009 zuNews

Kooperation: 13. Stock setzt auf mixxt GmbH als Full Service Community Provider

Die “13. Stock Online Relations GmbH & Co. KG” setzt auf den Social Network Baukasten der mixxt GmbH und deren Erfahrung als Full Service Community Provider.

Schon zum Brunch @13Stock zur Einweihung unserer neuen Büroräume in der vergangenen Woche hatten wir bei mixxt mit dem “13. Stock Event Netzwerk” unsere eigene Community gegründet, die wir nun direkt unter http://community.13stock.de als Whitelabel Lösung weiterführen werden.

Wozu dient dieses Netzwerk?

Dazu haben wir bereits folgendes geschrieben:

Wir haben dieses mixxt-Netzwerk angelegt, weil wir testen wollen, ob wir damit unsere zukünftigen Events besser planen und durchführen können. Damit wir messen können, wer sich für uns interessiert, diesen Menschen mehr Aufmerksamkeit schenken und sie zu besonderen Anlässen einladen können.

Das gilt natürlich nach wie vor und sogar in verstärktem Maße, denn erst mit der Whitelabel Lösung können wir auch unseren Unternehmenskunden im Ansatz zeigen, was mit einem eigenen Social Network, einer eigenen Community, möglich und machbar ist.

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Oliver Berger schrieb am 28. Januar 2009 zuAG Social Media, News

AG Social Media veranstaltet virtuelle Podiumsdiskussion zur Genehmigungspflicht von Streamingangeboten

Wie dem Blog der AG Social Media zu entnehmen ist, findet am 4. Februar 2009 in der Zeit von 18:00 bis 19:30 Uhr eine virtuelle Podiumsdiskussion zu Änderungen im 12. Rundfunkstaatsvertrag statt, bei der insbesondere die Frage beleuchtet wird, wann ein Stream im Internet als Rundfunk oder gar als Kabelsender anzusehen ist.

Da die Diskussion nur virtuell in dem Medium stattfindet, über das auch gesprochen wird, werden die Diskutanten über Livevideostream zusammengeschaltet. Wer zuhören mag oder sich per Live-Chat beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, sich am 4. Feburar ab 18:00 Uhr bei make.tv einzuschalten, die der AG Social Media ihre Plattform zur Verfügung stellen.

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Oliver Berger schrieb am 27. Januar 2009 zuNews

Alea iacta est oder “Mit Social Media würde das nicht passieren”

Alea iacta est – und das gleich im doppelten Sinne. Als wir gestern gemeinsam mit den Brandstiftern zum Pitch gegen ein uns unbekanntes Agenturteam beim Kunden antraten, hatten wir schon gleich nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag das Gefühl, dass die Würfel bereits gefallen und die Sache schon entschieden war.

Vermutlich war das auch alles ganz anders. Ich schreibe diesen Beitrag aus zwei Gründen: Zum einen haben wir gestern angekündigt, heute Auskunft zu geben, ob der Kunde Feuer gefangen hat, und zum anderen interessiert uns die Meinung unserer Leser: Liegen wir richtig mit unserer Einschätzung, dass Social Media der unten präsentierten Strategie überlegen ist?

Interessante Dienstleistungen und eine suboptimale Strategie

Doch der Reihe nach. Es geht um den Markteintritt eines Unternehmens mit Wurzeln in Großbritannien, die Zusatzdienstleistungen rund um Kreditkarten, EC-Karten und sonstige Dokumente (Versichertenkarte, Ausweise, SIM-Karten etc. pp.) in Kooperation mit der jeweils ausgebenden Stelle oder Institution deren jeweiligen Kunden anbieten (wollen). Im englischsprachigen Ausland sind sie Marktführer und haben bereits ca. 14.000.000 Kunden.

Da birgt der deutsche Markt mit allein ca. 62 Millionen EC-Karten und 22 Millionen Kreditkarten genug Potential, um auch hier die Leistungen zum Kartenschutz den Besitzern eben dieser anzubieten.

Outbound Calls vs. Social Media Marketing

Alea iacta est – dies gilt unserer Meinung nach aber leider auch für die vom Kunden gewählte Strategie, um die Leistungen den Karteninhabern anzubieten. Diese sieht im Moment lediglich ein gut besetztes Callcenter mit Outbound Calls und eine rein informative Website ohne SEO/SEM-Maßnahmen vor, um Inhaber von EC- und Kreditkarten für die als Kartenschutz definierte (und vollkommen treffend bezeichnete) Dienstleistung zu interessieren.

Mal davon abgesehen, dass ich nur wenige Menschen kenne, die am Telefon irgendwelche Verträge rund ums Thema Kreditkarten oder Finanzen abschließen wollen, erscheinen mir vor allem die Kosten für den Unterhalt eines vollbesetzten Callcenters samt Software, Technik und Mitarbeitern im Vergleich zu den Kosten für Maßnahmen in z.B. Social Networks als astronomisch hoch, wenn ich die Reichweite beider Kanäle miteinander vergleiche und die durchaus sehr unterschiedlichen Responsequoten berücksichtige.

In einem Beispielszenario wollen wir annehmen, dass das Callcenter mit 50 Mitarbeitern besetzt ist, die monatlich gut 1.500 Euro verdienen. Dies bringt Lohnkosten von im Monat 75.000 Euro und im halben Jahr von 450.000 Euro mit sich. Nicht eingerechnet die Kosten für IT-Support, Technik, Schulungen und Software, die noch on top kommen.

Nehmen wir weiter an, dass ein Mitarbeiter des Callcenters am Tag 30 Gespräche führen kann, so ergibt sich bei 25 Arbeitstagen im Monat ein Gesamtvolumen von 37.500 Gesprächen. Macht 225.000 Gespräche im halben Jahr. Da wir die genauen Zahlen des Kunden nicht nennen wollen, nehmen wir an, dass zwei Drittel aller Telefonate den gewünschten Teilnehmer erreichen und sich so in sechs Monaten 148.500 Verkaufsgespräche ergeben. Bei einer angenommen Abschlussrate von 20% generiert das Callcenter in einem halben Jahr 29.700 Neukunden. Nicht eingerechnet sind hierbei die Kunden, die ihren Auftrag stornieren lassen.

Diesem Modell stellen wir nun eine -bewusst vage gehaltene und nicht näher skizzierte- Maßnahme in einem Social Network wie z.B. schwarzekarte.de mit angenommenen 400.000 Mitgliedern gegenüber. Dies passt insofern sehr gut, da schwarzekarte.de seinen Mitgliedern eine eigene Kreditkarte (eine Schwarze Karte) anbietet und deren Wert für den Besitzer steigern könnte, in dem weitere Zusatzleistungen angeboten werden. Gleichfalls lässt sich eine gewisse Vertrauensstellung annehmen, da die Leistungen vom Netzwerkbetreiber und nicht vom eigentlichen Dienstleister angeboten wird.

Insofern lässt sich von einer Konversionsrate zwischen 2 und 5% bei einer solchen Maßnahme ausgehen, im schlimmsten Fall immer noch einer Rate von 0,2%. Im Idealfall gewinnt man auf diese Weise also bis zu 20.000 und im ungünstigsten Fall immer noch 800 Neukunden.

Greife ich nun das obige Beispiel mit dem Callcenter wieder auf, komme ich auf einen Tausender-Kontakt-Preis (TKP) von ca. 15.000 Euro. Diese enorme Summe zeichnet mir bereits relativ deutlich eine Strategie auf, die mir mehr Erfolg zu versprechen scheint, als die der Outbound-Telefonie. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Mitarbeiter des Callcenters im Falle des Social Network Marketing eher im inbound arbeiten müssten, und somit auch nur mit Kunden zu tun hätten, die bereits vom Produkt Kenntnis haben und einen Vertrag abschließen möchten.

Ich glaube nicht daran, dass der deutsche Markt für Kartenschutz von EC- und Kreditkarten etc. via Outbound Calls erobert wird. Ich glaube stattdessen, dass dieses Szenario scheitern wird und kann daher sagen, “mit Social Media wäre das nicht passiert.”

Wir hoffen für das andere Agenturteam und deren Kunden auf den gewünschten Erfolg und stehen für die von uns vorgestellten teils visionären Maßnahmen auch weiterhin gern zur Verfügung.

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Oliver Berger schrieb am 27. Januar 2009 zuMicroblogging, Online Trends, Word of Mouth Marketing

MBC09 Randnotiz: Twerbung und TPromny

Die erste Microblogging-Konferenz auf europäischem Boden MBC09 ist nun vorbei und es wurde an verschiedener Stelle schon darüber berichtet.

Neben dem Medienecho hat es noch einen aus meiner Sicht weiteren bemerkenswerten Effekt gegeben, der es mir wert ist, eine Randnotiz zur MBC09 zu schreiben, noch bevor wir unseren Rückblick (auch aus Orga-Sicht) zur Konferenz veröffentlichen.

Trends auf Twitter

Auf Twitter kommen in unregelmäßigen Abständen Trends zum Vorschein, die sich dann, einmal von einem einzelnen Nutzer in die Twittersphere eingeführt, wie ein Lauffeuer unter den Twitterati verbreiten. Beispiele hierfür sind u.a. die #famouslasttweets oder die #movietweets.

Auf der MBC09 habe nun @zellmi und @zauberfrau spontan Werbebotschaften bekannter Marken und Unternehmen, die nicht länger als 140 Zeichen sind, zu sogenannter #twerbung umgewidmet und damit den viralen Verbreitungsprozess auf Twitter in Gang gesetzt.

Twittertrends: twerbung _01

Nun gibt es eine Menge dieser Trends auf Twitter und viele haben die Lebensdauer einer Eintagsfliege, zumal die Aufmerksamkeitsspanne in einem kurzweiligen Dienst wie Microblogging ohnehin eher gering ist.
Twitterati nutzen in ihren Tweets oftmals sog. Hashtags (dies sind Schlagworte, denen ein # vorangestellt wird), um ihre Beiträge zu verschlagworten und an Hand derer man im Nachhinein bestimmte Themen leichter recherchieren kann.

Bei #twerbung ist aber ein interessanter Effekt zu beobachten, denn noch während der MBC09 erhielt ich eine E-Mail von Thomas Promny, der mich nach guten Trendanalyse-Tools und -diensten für Twitter fragte. Nun mag auch dies noch Zufall gewesen sein, aber ich kenne Thomas Promny als einen trendbewussten und online-affinen Unternehmer, der sich zwar oftmals polarisierend, meistens jedoch sehr gewinnorientiert verhält.

Wir stellen uns nun die Frage, welche Gedanken Thomas hatte, als er die Domain twerbung.de für sein Unternehmen adfire gesichert hat.

Twittertrends: twerbung _02

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob wir auch in Zukunft #twerbung sehen, lesen und ggf. sogar buchen können oder ob es sich hierbei nur um einen weiteren kurzlebigen Trend auf Twitter handelt.

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