13. Stock schrieb am 22. Januar 2009 zuEvents, People

Social Web – Chance oder Gefahr? Die große Polarisierung blieb aus.

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Vielen Dank an Sebastian Baum von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) für die Fotos von der Veranstaltung und die Erlaubnis zur Verwendung.

Social Web - Chance oder Gefahr? _02

Unter anderem Dank der guten Öffentlichkeitsarbeit von Jan Grüb (hier im Bild auf dem Podium bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie) war die Phoenixhalle im Römerkastell in Stuttgart am gestrigen Abend gut gefüllt und kaum ein Sitzplatz in der für ca. 100 Gäste vorbereiteten Halle blieb unbesetzt.

Nach einem kurzen Gettogether und einer Anmoderation durch Herrn Prof. Döbler von der MHMK Stuttgart stellten Jan Grüb und Benedikt Kuhn die Ergebnsse ihrer qualitativen Studie [PDF zum DOWNLOAD] (54 Teilnehmer, Jugendliche und junge Erwachsene, die je ca. 45 Minuten interviewt wurden) vor, die mit den Ergebnissen einer Studie des SWR von 2008 ergänzt wurden. Gegenstand der Studie war das Informations- und Kommunikationsverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Großraum Stuttgart und sie lieferte die Basis für die anschließende Podiumsdiskusion mit interessanter Besetzung, die ich in der Ankündigung der Veranstaltung schon einmal aufgelistet habe und die an verschiedener Stelle nachzulesen ist.

Aus der Studie ergaben sich vier Leitfragen, die den Rahmen für die anschließende Podiumsdiskussion bilden sollten:

  1. Wie seriös sind Informationen aus dem Internet?
  2. Welchen Einfluss hat das Social Web auf die sozialen Kontakte der Internetnutzer?
  3. Welche wirtschaftlichen Interessen stehen hinter den Anwendungen im Social Web bzw. können hinter diesen stehen?
  4. Wie sicher sind die Daten der Nutzer?

Nicht alle Fragen wurden angerissen oder im Verlauf des Abends beantwortet, aber zu meiner Freude wurde die Diskussion nach einer kurzen Vorstellung aller Podiumsteilnehmer durch den Moderator Prof. Döbler von ihm mit einem an mich gerichteten Fragenkomplex eröffnet:

Wie schätzen sie das Social Web ein? Ist es ein Fundament, dass sich weiterentwickelt und wachsen wird und aus unserem Alltag in ein paar Jahren nicht mehr wegzudenken sein wird? Oder bleibt es ein Phänomen für bestimmte Gruppierungen, speziell für jugendliche Menschen? Oder werden wir alle, bald, so wie Sie, mehr aus Diskussionsrunden twittern?”

An dieser Stelle habe ich die Gelegenheit genutzt, einmal kurz die AG Social Media zu erwähnen und auch noch einmal deutlich gesagt, dass ich zwar Theologie studiert habe, aber nicht als Theologe praktiziere oder dies in der Vergangenheit getan habe. Mein Studium in Kombination mit meiner fachlichen Expertise war nämlich der Grund, warum ich als Teilnehmer auf das Podium geladen wurde.

Klar habe ich deutlich geantwortet, dass ich im Social Web mehr eine Chance als eine Gefahr sehe, diese aber auch nicht unterschätzen oder ignorieren möchte. Das klare Leitwort hier war Medienkompetenz und die damit einhergehende Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen relevanten und weniger relevanten Inhalten für den jeweiligen Nutzer.

Ob es in Zukunft mehr Menschen geben wird, die aus Diskussionen oder von Podien twittern werden, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, gehe aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon aus. Im Auditorium an diesem Abend waren unter anderem @JanTheofel, @cspannagel, @zellmi, @ClemensPfitzer und natürlich @Jan1985, die sich rege durch Tweets an @OliverG und @OliverBerger auf dem Podium an der Diskussion beteiligt haben.

Allein die Tatsache, dass die Studierenden der MHMK im Verlauf des Abends die eine Leinwand für eine Twitterwall (mit dem Hochschulaccount @mhmk) genutzt haben, zeigte dann auch den übrigen Anwesenden, dass Twitter auf Konferenzen und Podien ein Mittel zur Kommunikation des Dialogs ist, mit dem auch der Veranstaltung eigentlich (räumlich) ferne Personen ihren Input in die Runde geben können und so eine oft wertvolle Ergänzung zum Diskussionsverlauf beitragen können.

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Die weitere Diskussion gestaltete sich dann trotz der recht unterschiedlichen Teilnehmer eher weniger kontrovers als wohl ursprünglich geplant und vielleicht auch gewünscht. Kaum jemand wollte oder konnte den Gefahren des Social Web einen größeren Stellenwert als den Chancen einräumen und der einzige wirklich umstrittene Punkt an diesem Abend war, ob es auch 2053 noch Tageszeitungen im heutigen Stil geben wird. Wir haben uns dann darauf verständigt, dass es wahrscheinlich ist, dass Tageszeitungen größtenteils durch Special Interest Magazine abgelöst werden und die wenigen verbleibenden echten Zeitungen stärker noch als heute schon um die Aufmerksamkeit der Leserschaft werden kämpfen müssen. Ebenso wird die Anzahl der zur Verfügung stehenden Titel auf eine sehr überschaubare Zahl schrumpfen, da Phänomene wie Bürgerjournalismus und Microblogging-Dienste (um nur mal zwei zu nennen) heute schon schneller Informationen liefern können als dies redaktionell betreute Formate leisten können.

Beispielhaft wurden die Notwasserung im Hudson River vergangene Woche und die Terroranschläge in Mumbai genannt, über die via Twitter Informationen verbreitet wurden bevor die sog. etablierten Medien berichten konnten. Nicht verkneifen konnten sich einige Teilnehmer die Bemerkung, dass gerade auf Twitter auch “viel Schrott, wohl sogar zu mehr als 80%, produziert werde”. Aus meiner Sicht muss diese Zahl deutlich relativiert werden, da hier auch das gilt, was an anderer Stelle in der Diskussion immer wieder auftachte: die Relevanz einer Information in einer bestimmten Zielgruppe oder Peergroup. Natürlich ist nicht jede Information für alle interessant, das führt aber nicht automatisch dazu, dass die Information als solche gänzlich irrelevant wird.

Zwei Punkte konstruktiver Kritik möchte ich zum Abschluß noch üben und würde mich freuen, wenn die Anwesenden hier erneut in eine Diskussion zum Thema “Social Web – Chance oder Gefahr” einsteigen wollen. Es war schade, dass sich keine Dame auf dem Podium eingefunden hat. Ich denke, dass weibliche Beteiligung am Podium der ganzen Diskussion noch mehr Tiefe verliehen hätte, da Frauen meiner Einschätzung nach anderen Gefahren im Web ausgesetzt sind als Männer. Ebenfalls wäre ein kleinerer Kreis an Podiumsteilnehmern aus meiner Sicht sinnvoller gewesen, um die Diskussion lebhafter zu gestalten. Dies könnte auch mit einer zumindest höflich angemahnten Reduzierung der Redezeit für einzelne Beiträge erreicht werden.

Alles in allem war es ein aus meiner Sicht sehr gelungener Abend und ich möchte noch einmal der MHMK und besonders den Studierenden des 4. Semesters im Studiengang PR und Kommunikation sowie Herrn Prof. Döbler für die Einladung, Organisation und Durchführung danken.

Abschließend ein Foto des gesamten Podiums einschließlich Referenten und Moderator.

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(von links nach rechts: Jan Grüb, Benedikt Kuhn, Oliver Gassner, Eric Wackler, Marc Esslinger, Oliver Berger, Dr. Wolfgang Gushurst, Roland Weber, Prof. Thomas Döbler, Thomas Rathgeb, Prof. Castulus Kolo)

Weitere Fotos von der und Infos zur Veranstaltung sind auch (bald) unter http://www.mhmk-events.de und in der Facebook-Gruppe der MHMK zu finden.

Update: Matthias Zellmer hat in seinem Netzlogbuch bereits einen Blogpost zum gestrigen Abend veröffentlicht.

Update 2: Der bislang mir unbekannte Herr auf dem Gruppenfoto ist Eric Wackler, der Leiter der MHMK Stuttgart. Danke an Jan für den Hinweis!

10 Kommentare zu „Social Web – Chance oder Gefahr? Die große Polarisierung blieb aus.“

  1. [...] Inzwischen gibt es auch noch einen interessanten Rückblick von Oliver Berger, einem der auf dem besagten Podium sass. Tweet [...]

  2. oliver sagt:

    Ich glaube “N.N.” war der Leiter der MHMK? Aber mir wurde er auch nicht vorgestellt ;)

  3. Mel sagt:

    Oh, jetzt hab ich dir auf deinen Comment in meinem Blog geantwortet und sehe hier deine eigene ausführliche Variante. Deinen Einwand, dass keine Frau geladen war, sehe ich genauso.. aber mehr dazu hier:
    http://mila78.wordpress.com/2009/01/22/web-20-und-die-lehre-erst-in-10-jahren-wirklich-vereint/#comment-104

  4. Jan Grüb sagt:

    Hallo,
    an dieser Stelle noch einmal Danke alle.
    Besonders an Oliver Berger. Er kam extra aus Hamburg. Vielen Dank auch für den Blogeintrag. Der Mann N.N. ist Eric Wackler der Campusleiter der mhmk Stuttgart. Er hat uns freie Hand gelassen und dieses ganze Event überhaupt möglich gemacht.

    Viele Grüße vom 4. Semester

  5. Ich finde, daß die Frage, über die diskutiert wurde, schon mal völlig falsch gestellt war. Das Social Web selbst stellt keine Gefahr dar. Extrem gefährlich ist der falsche Umgang damit. Mangelnde oder fehlende Medienkompetenz und ein völlig sorgloses Hantieren mit personenbezogenen Daten sind die Hauptgefahren, die ich sehe.

    Ich sehe aber auch nicht, worin die besondere Chance des Social Web bestehen soll. Dazu müßte das Social Web auf der sozialen Ebene etwas völlig Neuartiges hervorgebracht haben, was es im Internet zuvor so nicht gab. Hat es aber nicht. Nahezu alle beschriebenen Phänomene sind auch im Internet schon uralt. Ein Beispiel: In dem Bericht heißt es, daß “Phänomene wie Bürgerjournalismus und Microblogging-Dienste (um nur mal zwei zu nennen) heute schon schneller Informationen liefern können als dies redaktionell betreute Formate leisten können. Beispielhaft wurden die Notwasserung im Hudson River vergangene Woche und die Terroranschläge in Mumbai genannt, über die via Twitter Informationen verbreitet wurden bevor die sog. etablierten Medien berichten konnten.”

    Wenn ich lese, mit welchem Enthusiasmus immer davon geredet wird, daß das Social Web “heute schon” viel schneller reagiere als traditionelle Medien, erzeugt das bei mir ein heftiges Kopfschütteln. Ich frage mich ernsthaft, wo da die Neuheit oder Chance liegen soll. Das Gleiche habe ich nämlich lange, bevor überhaupt von Social Web die Rede war, am 11.9.2001 im IRC erlebt. Der Channel #wtc im IRCNet hatte zwischenzeitlich über 10.000 User, und neueste Informationen wurden dort veröffentlicht, lange bevor die traditionellen Medien sie hatten, wobei Wert darauf gelegt wurde, daß die Informationen zuverlässig sind. Aber man kann sogar noch weitere zehn Jahre zurückgehen, will man ein frühes Beispiel für die Überlegenheit des Internet gegenüber traditionellen Medien bei der Verebreitung aktueller Nachrichten haben, nämlich ins Jahr 1991. Schon damals wurde im IRC über den Putsch gegen Gorbatschow von Augenzeugen live berichtet.

    Fazit: Die soziale Komponente des Internet hat schon immer existiert, genauso wie die Risiken, und ich halte es nicht für sinnvoll, dem Social Web jetzt irgendwelche besonderen neuen Chancen oder Risiken zuzuschreiben, die es im Internet schon seit bestimmt 20 Jahren gibt. Der einzige Unterschied ist, daß das IRC Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger noch kein Massenphänomen war, weil es nur sehr wenig Internetnutzung durch die Allgemeinheit gab. Aber das ist lediglich ein quantitativer Unterschied, kein qualitativer.

  6. [...] for 2009-01-23 Social Web – Chance oder Gefahr? Die große Polarisierung blieb aus. | 13. Stock Online Relations (tags: icommented) Web 2.0 und die Lehre erst in 10 Jahren wirklich vereint? « Per aspera ad [...]

  7. HoraceOD sagt:

    Maintain it or not, 7 voyager vehicles are not newfangled inventions. In accomplishment, they time retreat from to the 1920s when there were vehicles called depot hacks that were utilized to carry people and their bags to and from train stations. In the 1940s, Jeep truly introduced a 7 traveller vehicle called the Jeep Wagon.

    There acquire also been numerous 7 commuter vehicles over the years that were called caste wagons. Some of these were even capable of seating 9 people. Manner, station wagons set up evolved into SUVs and minivans and today it is stubborn to purchase something called a bus station wagon.

    Today’s 7 Fare Vehicles

    Location wagons began losing popularity in the 1970s apposite mostly to the 1973 oil crisis. It created a manner of turning direct attention to against the outstanding American rank wagon with its vinyl bench seats and sluggish V8 engine. Some people referred to these as “lumbering landmarks.” The last American-made, full-size models were the Chevrolet Caprice and the Buick Roadmaster. Both were discontinued in 1996.

    As mentioned beyond, two types of 7 voyager vehicles pull someone’s leg replaced position wagons. The primary of these is the minivan as mentioned above. Chrysler Corporation introduced it in 1984. Minivans quickly became hot because they would suit 7 passengers (or 4 people with a straws of cargo) and because they offered so much more interior gap than the extent low-slung station wagons.

    The girl friday type of vehicle that helped kill off the spot wagon is the 7 traveller SUV. There are in the present circumstances diverse of these vehicles available in a wide-ranging trade mark aga of prices. This includes high-priced, sybaritism vehicles such as the Cadillac Escalade, the Lincoln Skipper, the Mercedes-Benz GL 450 and the Lexus LX 570, all of which can cost up to $70,000. Lower-priced 7 fare SUVs subsume the Toyota Highlander, the Ford Explorer and the Honda Pilot. Come what may, it is impressive to be conversant with that “lower-priced” means vehicles that get from $25,000-$35,000. In short, they are lower-priced only when compared to the opulence models.

    google lidafuck

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