Archiv für die Kategorie „Brand Awareness“

Sebastian Baumer schrieb am 21. Juni 2010 zuBrand Awareness, Business 2.0, Enterprise 2.0

Der Wert eines Facebook-Fans

Neue Studie über Social Follower mit harten Zahlen.

Die größte Hürde vor jeder Social Media-Nutzung durch Unternehmen und Marken ist in vielen Fällen die Frage nach dem ROI: Was bringt es wirklich, wenn meine Firma auf Facebook aktiv ist? Lohnt sich die tägliche Zeitinvestition auf Twitter? Auch wenn man diesen Bedenken als erfahrener Nutzer entgegen kann, dass auch niemand nach dem ROI eines Faxgeräts fragen würde und dass jede Nutzung eines Social Media-Kanals eine langfristige Investition in dauerhafte, nachhaltige Kundenbeziehungen und den daraus folgenden Aufbau von echten Markenfans darstellt, wird das im Zweifel den Marketingverantwortlichen einer Firma nicht überzeugen. Harte Zahlen sind leider sehr oft gefragt.

Eine neue Studie der Consulting-Agentur Syncapse in Zusammenarbeit mit der Marktforschungsagentur Hotspex wagt den (natürlich zu hinterfragenden) Versuch, eben jene Zahlen zu errechnen: So ist laut der Studie ein durchschnittlicher Wert von $136.38 für jeden (Nordamerikanischen-)Fan einer der größten 20 Marken auf Facebook benennbar. Die Zahl setzt sich zusammen aus dem Geld, dass ein Fan einer Marke für die jeweiligen Produkte mehr ausgibt als der durchschnittliche Konsument plus virtuelle Aufschläge für Kundentreue, Empfehlungen und dadurch generierte Reichweite. Eine genaue Herleitung der einzelnen Zahlen und der verwendeten Errechnungsmethode ist in der in mehreren Medien besprochenen Studie allerdings leider nicht enthalten, dafür eine Aufschlüsselung in die einzelnen Bereiche:

Der spannendste Punkt für Firmen, die überlegen, im Social Media-Bereich aktiv zu werden, dürfte die Darstellung der durchschnittlichen Ausgaben für Produkte einer Marke oder Firma beim Vergleich zwischen Fans und Nicht-Fans sein: So geben die Anhänger der jeweiligen Public Facebook-Pages tatsächlich im Schnitt mehr als doppelt so viel Geld für die entsprechenden Waren aus als Nicht-Fans:

Natürlich muss man dabei, und das tut die Studie nicht, die Frage nach der Henne und dem Ei stellen: Wird jemand Fan, weil er sowieso die Produkte gerne kauft oder verursacht das „Fansein“ tatsächlich auch vermehrte Einkäufe? Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Eine Ansammlung derjenigen, die in erhöhtem Maße die Produkte der jeweiligen Firma oder Marke bevorzugen, sind Facebook-Seiten demnach in jedem Fall. Und damit lässt sich im Idealfall und mit ein paar kreativen Ideen einiges bewegen.

Sebastian Baumer schrieb am 3. April 2010 zuBrand Awareness, Business 2.0, Microblogging, Social Networks, Word of Mouth Marketing

Hohes Markenvertrauen in sozialen Netzwerken

Frische Zahlen zum anhaltenden Social Networking-Boom lieferte heute eMarketer, die sich auf eine Studie von InSites Consulting beziehen: Demnach nutzten im Januar 2010 unglaubliche 940 Millionen Menschen weltweit eines oder mehrere Social Networks. Die häufigste Verwendungsart ist natürlich der private Austausch von Nachrichten oder Informationen, die in sehr vielen Fällen aber auch mit Empfehlungen von Produkten oder Dienstleistungen einhergehen.

Interessant wird die Studie vor allem an der Stelle, an der die User gefragt wurden, welchen Quellen sie innerhalb von sozialen Netzwerken vertrauen, wenn es um Informationen über Marken, Produkte und Dienstleistungen geht:

Dass an erster Stelle die eigenen Freunde bzw. die Käufer, also das klassische Word of mouth steht, ist sicherlich nicht verwunderlich. Absurd hingegen scheint der nur knapp dahinter folgende zweite Platz in der Liste: Demnach vertrauen 32% der User auf einer Social Networking-Seite den Meldungen einer Marke oder eines Unternehmens selbst. Was auf den ersten Blick ziemlich unglaubwürdig wirkt, wird klar, wenn man bedenkt, dass es sich bei denjenigen, die die Accounts der Marke abonnieren oder bewusst aufrufen, um schon im Vorfeld Interessierte handelt, die, sofern sie dort auf brauchbaren Content stoßen bzw. diesen mittels regelmäßiger, für sie interessanter Inhalte, News oder Links in ihren Feed geliefert bekommen, offenbar ein sehr hohes Markenvertrauen entwickeln.

Die Zahlen, die nicht weniger als eine mehr als vier Mal höhere Glaubwürdigkeit von unternehmenseigenen Meldungen im Vergleich zu Journalisten (!) innerhalb von Social Media zu belegen scheinen, sind jedenfalls ein sehr gewichtiges Argument dafür, als Unternehmen verschiedene dieser Kanäle zu benutzen, ungeachtet eines nicht direkt messbaren ROI von Social Media-Aktivitäten. Nirgendwo sonst als in der Umgebung, in der sich die User mit ihren Freunden vernetzen, kann man als Marke, eine entsprechende qualitative Pflege der eigenen Accounts und gute Ideen für einen Mehrwertcontent für den User vorausgesetzt, ein so hohes Kundenvertrauen gewinnen. Und dass die Menschen es durchaus zu schätzen wissen, wenn sich Marken in ihre heimische Umgebung begeben, sofern sie sich dort entsprechend zu verhalten wissen, belegt die Studie gleich mit: So sind „Brands“ nach musikalischen Acts und Prominenten diejenige Gruppe, die am meisten Anhänger sammeln können:

13. Stock schrieb am 8. Juli 2009 zuBrand Awareness, People, Reputation Management

Vodafone vs. Perry Rhodan: Unentschieden. Ausgeschieden: Sascha Lobo

1. Akt: Die Vodafone Pressekonferenz in Berlin

Erquickte uns noch vor gerade mal einer Woche diese vielfach wiederholte Nachricht auf Twitter,

“es ist ein….Blog! Der Vodafone Blog hat soeben das Licht der Öffentlichkeit erblickt http://blog.vodafone.de/ #vfblog”,

so kam es heute – zumindest aus meiner Sicht – zum Showdown: die lange, na gut, seit mindestens einer Woche sehnlichst erwartete Pressekonferenz von Vodafone Deutschland, mit u.a. dem von Peter Turi als “Heidi Klum des Online-Business” betitelten @SaschaLobo.

Da waren sie also, “diese neuen Mainstream-Helden aus der Web-Nische” (Zitat Ende). Und haben derbe was einstecken müssen, wenn man mal der Suche nach #vfpk auf Twitter Glauben schenken darf. Die Stimmung ist eindeutig contra, die Kommentare von bissig bis vernichtend. Klar sind auch ein paar positive Stimmen dabei. Unverbesserliche gibt es eben überall.

1. Akt, x. Szene: Abgesang auf Sascha Lobo

Während ich dies schreibe, ist auch eine Umfrage von @conceptionblog,

“Schadet die #Vodafone-Werbung (http://twitpic.com/9o6zo + http://bit.ly/sqr3i) dem Ansehen von @SaschaLobo in der Blogosphäre?”

insgesamt 356 Mal beantwortet worden.

Umfrage zu @SaschaLobo

Ich denke aber, Sascha Lobo, dieser Mainstream-Held der deutschen Internetkultur aus der Webnische, wird seinen roten Kamm auch nach dieser Schmäh wieder aufstellen und unbeschadet, wenn nicht sogar, und dies dann Dank seiner phänomenalen Fähigkeit, mit Wörtern zu spielen, gestärkt aus diesem größtenteils inhaltsleeren Kommunikationsdesaster hervorgehen.

Soviel zu Vodafone und seinen Helden. Heute gab es nämlich noch eine Pressekonferenz, die weit weniger beachtet, dafür aber mit teils sehr spannenden Inhalten aufwarten konnte.

2. Akt: Die Pressekonferenz zum 2.500 Heftroman von Perry Rhodan in Hamburg

Richten wir unser Augenmerk also auf einen wirklichen Helden, der das intergalaktische Universum, Verzeihung, das Perryversum, schon seit Äonen bereist. Oder zumindest seit 1961, als Perry Rhodan nämlich zum ersten Mal als Heftroman veröffentlicht wurde.

Perry Rhodan Projekt Saturn

Heute wurde Band 2.500 im Hamburger East Hotel vorgestellt und das war Grund genug, dafür eine eigene PK einzuberufen. Eingeladen hatte Kollege @Kai_Hirdt von Straub & Linardatos. Etwa zwei Dutzend Gäste, darunter Journalisten, ein Kamerateam(!), Fotografen, Blogger, ein weiterer Twitterati (@Uemit) und ein paar Sci-Fi Fans, waren der Einladung gefolgt und freuten sich über die sehr authentische und menschliche PK mit Frank Borsch (Autor des Jubiläums-Romans 2.500), Klaus N. Frick (Perry Rhodan Chefredakteur) und Volker Oppmann (s.u., Stichwort #iPhone).

Während bei der Vodafone PK knapp 2.000 Kommentare bei Facebook aufliefen, gab es bei Perry Rhodan in der gleichen Zeit keinen einzigen Kommentar. Dafür wurde auch hier fleissig getwittert, wie eine Suche nach #PerryRhodan offenbaren kann. Besonders schön war, dass @Perry_Rhodan höchstpersönlich uns via Hyperfunk auf Twitter die Erlaubnis erteilte, einen ganzen Stapel Perry Rhodan Goodies unter unseren Lesern zu verlosen:

Perry Rhodan auf Twitter

Wie auch schon bei der BoD Kinokarten-Aktion (die übrigens immer noch läuft – also schnell noch mitmachen und kostenfrei ins Kino oder zur Frankfurter Buchmesse!) haben wir uns etwas überlegt, damit ihr in den Besitz dieser coolen Goodies kommen könnt. Doch zuerst einmal möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten, worum es überhaupt geht.

2. Akt, 2. Szene: Die Verlosung

Perry Rhodan #01

Für einen besseren Überblick haben wir alles einmal fotografiert und in einem Perry Rhodan flickr Album abgelegt. Dort findet ihr:

  • Perry Rhodan Hörbuch 12: Die Macht aus der Tiefe
  • Perry Rhodan Silber Edition 18: Hornschrecken
  • Perry Rhodan Silber Edition 19: Das zweite Imperium
  • Perry Rhodan The Adventure – Das Computerspiel auf PC DVD
  • Die Trilogie EASTSIDE von Perry Rhodan
  • 3 x 1 Perry Rhodan Schlüsselband

Gewinnen könnt ihr, wenn ihr bis zur Veröffentlichung von Band 2.500 am 17.07.09 einen Blogpost schreibt und diesen Artikel von uns bei euch im Post verlinkt.

Thematisch sollte es um mindestens einen dieser Aspekte gehen,

  • was euch mit Perry Rhodan verbindet,
  • was ihr von den Social Media Aktivitäten von Perry Rhodan haltet (der jetzt übrigens auch jeden Tag als @Perry_Rhodan bis zu sieben Tweets absetzen will)
  • oder warum ihr unbedingt eines dieser coolen Goodies gewinnen wollt.

Wünsche können gerne geäußert werden, es entscheidet jedoch das Los! Sollte es mehr Backlinks als Gewinne geben, fragen wir natürlich gerne noch mal bei Perry nach, vielleicht geht da ja noch was?

A propos. Da geht noch was. Oben genannter Volker Oppmann hat noch ein weiteres Goodie, welches ihr dann bekommen könnt, wenn ihr diesen Text bis zum 13.07.09 twittert (einfach auf den Link klicken):

“Ich will die #PerryRhodan iPhone App von @textunesberlin gewinnen. Siehe http://tr.im/Lobo_vs_Perry @13stock”

Seine Firma textunes hat für Perry Rhodan die erste iPhone App in Deutschland mit In-App-Purchase entwickelt und verschenkt diese 5 x an iPhone-Besitzer, noch bevor sie offiziell verfügbar ist! Mitmachen sollten hier am besten nur iPhone-Besitzer. Gibt es mehr als fünf Tweets entscheidet auch hier am 13.07.09 das Los.

Kurz vor Schluss, und um die Zeit bis zur Veröffentlichung zu überbrücken, hier die Leseprobe zum Heftroman von Perry Rhodan Band 2.500 als PDF.

Mein persönliches Fazit: Es ist nicht schlimm, einem Helden wie Perry Rhodan unterlegen zu sein, aber gut, ihn auf seiner Seite zu wissen.

Michael Nordmeyer schrieb am 3. Februar 2009 zuBrand Awareness, Microblogging, Reputation Management

Die Deutsche Bahn übt sich im Mediendesaster

Mancher würde sogar sagen, die Bahn braucht das nicht zu üben, sondern gehört zu den Meistern des PR-GAUs. Jetzt weitet die Deutsche Bahn ihre “Fähigkeiten” auch auf die neuen Medien aus.

Heute hat die Bahn Markus Beckedahl, den Netzpolitik-Blogger, abgemahnt. Das hat sich mittlerweile sogar zum Spiegel herumgesprochen. Immerhin.

Ihm wird im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines internen Memos zur Späh-Affäre des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (!) an die Deutsche Bahn vorgeworfen, Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen auf sittenwidrige Art und Weise begangen zu haben und fordertverweist auf einen möglichen Schadensersatzanspruch. So ist zumindest die Sicht der Deutschen Bahn, wie sie es ausführlich im Abmahnschreiben darlegt.

Nun ist die Bahn wohl gewöhnt, dass sie als Goliath mit juristischen Drohgebärden schnell ihr Ziel erreichen kann. Anders kann ich mir es nicht erklären, dass die Bahn ein so hohes Risiko eingeht, da Abmahnungen gerne von Bloggern veröffentlicht werden. Zum einen, um Hilfe und Ratschläge zu bekommen, da es auch Voll-Juristen unter den Lesern eines Blogs gibt. Zum andern, da die Abmahnung meistens den abgemahnten Beitrag nur noch signifikanter werden lässt.

In diesem Fall lenkt die Bahn die Aufmerksamkeit nur auf das Dokument, welches sie eigentlich aus dem Verkehr ziehen wollten.

Auf Twitter wurde die Nachricht durch Re-Tweeten in wohl die letzten Winkel des (trendbewussten) deutschen Internets verbreitet.

Die Deutsche Bahn hat jetzt mit Sicherheit eines erreicht: Die Nachrichten-aktive Internet-Gemeinde verbündet sich implizit durch Berichterstattung und entsprechende Verlinkung zu diesem Thema, was die gesamte Bespitzelungsgeschichte der Bahn nur noch bei Google und anderen kleinen Helferlein zementiert und damit viel höher bewertet.

Das hat äußerst unschöne Auswirkungen auf die Reputation der Bahn und dessen Vorsitzenden, Hartmut Mehdorn. Und die Bahn sollte alles tun, um ihre Reputation zu steigern.

Für eine Reputationssteigerung eignet sich Social Media vortrefflich. Aber falsch angepackt steht man im Vorhof zur Hölle ist der Schaden immens. Ein im Sinne streng öffentliches Medium wie ein Blog will eben Öffentlichkeit. Der veröffentlichte Beitrag kann zwar wieder zurückgenommen werden, wurde aber durch Caching, Suchmaschinen-Benachrichtigungen und RSS-Feeds schon vervielfacht. Ein Zurück ist selten möglich.

Social Media funktioniert nicht hierarchisch. Das sollte sich eigentlich mal in die Hierachien der Unternehmen herum sprechen.