Archiv für die Kategorie „Events“

Michael Nordmeyer schrieb am 30. November 2009 zuEvents

TEDx Berlin – 2. Teil

TEDxBerlin 2009 #27

Die für mich erste TEDx ist vorbei. Schön war’s. Wie bei den meisten Konferenzen waren die Gespräche mit anderen Teilnehmern abseits des Programms mindestens genauso interessant, wie der offizielle Teil.

Nur ist bei einer TED-Konferenz der offizielle Teil schon deutlich anders, als alle anderen kommerziellen Konferenzen. Wie ich schon im ersten Teil über die TEDxBerlin schrieb, dient die TED nicht kommerziellen Interessen, sondern getreu ihrem Motto den “Ideas worth spreading”. Innovationen und bahnbrechende Neuerungen, welche die Gesellschaft oder das Denken der Teilnehmer nachhaltig verändern können. Bedeutende Ideen.

Es muss nicht immer Technology, Entertainment und Design (TED) sein. Häufig gibt es auch Redner, die über persönliche Erfahrungen und Gefühle reden, die eben nicht trivial, sondern irgendwie besonders sind. Ganz wie bei Social Media wird auch hier persönliches als Relevant angesehen.

TEDxBerlin 2009 #13

Einige besondere Reden möchte ich hier aus der Masse der interessanten Reden bei TED Global heraus heben:

Die Reden der heutigen TEDxBerlin wurde alle gefilmt und werden demnächst online veröffentlicht werden. Ich fand nicht alle Reden inspirierend, allerdings waren die weniger interessanten keineswegs so uninteressant, als dass ich mich mit anderen Dingen beschäftigt hätte. Meine Favoriten waren David Logan “On Tribal Leadership”, Pattie Maes “Sixth Sense” und insbesondere Hans Rosling “The Best Stats You’ve Ever Seen”. Interessanter Weise die drei TED Talks, die per Video eingespielt wurden und aus dem Fundus der TED Global Conference stammen.

Hans Rosling erzählt in “The Best Stats You’ve Ever Seen” über extrem interessant visualisierte und vor allem animierte Statistiken, wie sich z.B. Gesundheit, Bildung und Reichtum in der Welt in den letzten 50 Jahren bezogen auf Länder und Kontinente verschoben haben. Aber in einer unglaublich lebhaften, lustigen und mitreißenden Art, dass bei so einem Dozenten Statistik zum Lieblingsfach eines jeden Studenten werden würde. Absolute Empfehlung.

Pattie Maes stellt den sechsten Sinn vor. Im Prinzip ein multi-touch Lichttisch ohne Lichttisch. Das Bild wird durch eine vor der Brust hängende Kamera auf jede Oberfläche projiziert. Bedient wird das Ganze mit den Fingern in der Luft, die per Farbmarkierungen durch die vor der Brust hängende Projektions- bzw. Kameraeinheit erfasst werden.

David Logan erleuchtete uns mit “Tribal Leadership” und stellte sehr plastisch die fünf verschiedenen Stufen der Tribes dar, mit denen eine Klassifizierung von menschlichen Verhaltensweisen und Lebenseinstellungen vorgenommen wird. Eine interessante Einordnung vom Gesellschaftsfeind bis zum Weltveränderer.

TEDxBerlin 2009 #21

Für die live gegeben Talks gibt es noch keine Links mit weiteren Infos wie Slides o.ä., nur eine Programmseite bei TEDxBerlin, daher fasse ich die mir am meisten im Gedächtnis geblieben hier zusammen:

Fabian Hemmerts Talk über sich bewegende Handies war witzig und ist technisch bestimmt auch richtungsweisend, allerdings möchte ich kein Handy haben, welches seine physikalische Form verändern kann, um veränderte Zustände anzuzeigen. Interessant wird es für mich beim Bedienen von Geräten im Haushalt, des Autos oder ähnlichem, wo ich mechanische Bewegungen ausführe.

Bernard Lietaer sprach über Währungssystem und die nicht ausgestandene Finanzkrise und die strukturellen Probleme des Finanzsystems, welche er gut illustrieren konnte.

Tim Behnkes Talk “Wie das Internet zur Verbesserung von Lebensbedingungen beiträgt” ist keine Überraschung für Internet-affine Menschen, allerdings war es eine schöne Rede des betterplace-Gründers mit guten Folien. Daher habe ich auch diesen Vortrag als einzigen in unserem Flickr-Account komplett hoch geladen.

Wer einer musikalischen Unterbrechung nicht abgeneigt ist, dem kann ich die Darbietung von Benyamin Nuss empfehlen, der zwei Stücke aus dem Videospiel Final Fantasy auf dem Flügel gespielt hat. Speziell das zweite ist wirklich hörenswert und bietet deutlich mehr, als der wenig Videospiel-affine Mensch erwarten würde. Das Potenzial der Soundtracks aus Final Fantasy lässt sich schon daran erkennen, dass 2004 ausgewählte Soundtracks aus Final Fantasy vollorchestriert in einem Konzert von den Los Angeles Philharmonikern aufgeführt wurden.

Es waren wohl etwas mehr als 250 Teilnehmer anwesend. Eine noch übersichtliche Anzahl von Menschen, was dem Ideenaustausch und Netzwerken zu Gute kam.

Zu guter Letzt hat red onion, die Firma, die die TEDxBerlin im Rahmen der TED-Richtlinien veranstaltet hat, noch bekannt gegeben, dass es eine TEDxHamburg im Mai 2010 geben wird. Als Hamburger höre ich das natürlich sehr gerne.

Würde ich wieder hin gehen? Ja, auf jeden Fall.

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Michael Nordmeyer schrieb am 30. November 2009 zuEvents

TEDx Berlin – 1. Teil

Zum ersten Mal gibt es die TED-Konferenz in Deutschland als lokale TEDx in Berlin. Die originalen TED-Global-Konferenzen sind extrem informative und gefragte Events, die Abseits von persönlichen oder beruflichen Interessen dem Verbreiten von innovativen und bahnbrechenden Ideen dienen. Eine einfache Teilnahme durch Kartenkauf ist nicht möglich, es werden vielmehr Einladungen an Personen verschickt, wie es auch bei der normalen TED-Konferenz gemacht wird.

TEDx Berlin

Alle Vorträge werden per Video aufgezeichnet und später online gestellt werden. Inspirierende Vorträge gibt es zuhauf auf TED-Global zu finden. Meine absolute Empfehlung.

Ich werde später etwas mehr von meinen Eindrücken auf dieser interessanten Konferenz schildern, da das übliche mit dem Notebook auf dem Schoß schreiben hier nicht so angemessen ist. Je nach Tweet-Tauglichkeit der Thesen werde ich aber hier und da mal unter @coffemick twittern und es als @13stock retweeten.

TEDx Berlin

Update: TEDxBerlin – 2. Teil

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Michael Nordmeyer schrieb am 19. November 2009 zuEvents

Social-Media-Stammtisch mit dem 13. Stock auf der Online Marketing Lounge Berlin

Der 13. Stock wird auf der Online Marketing Lounge in Berlin am 19.11.2009 der fachliche Ansprechpartner am Social-Media-Stammtisch sein.

Das Stammtisch-Konzept ist für die OML neu und wird am Donnerstag erstmals umgesetzt werden. Die Themen wurden durch Abstimmung der Interessierten gefunden. Klar, dass bei aktuellem Hype um Social Media dieses Thema ganz vorne mit dabei ist.

Wegen Terminüberschneidungen mit dem E-12-Gipfel 2009 in Karlsruhe und dem Webfuture Award von hamburg@Work in Hamburg am gleichen Tag mussten wir uns leider aufteilen und können nicht an jedem dieser hochgradigen Events teilnehmen.

Oliver Berger wird mit Dominik Bührle von Silpion, der meine Karte bekommen hat, am E-12 Gipfel teilnehmen, während ich mit Stephan Chrzescinski auf der OML den Social-Media-Stammtisch schmeißen werde, den wir auch sponsorn. Der Webfuture Award fällt für uns dieses Jahr leider aus. Schade.

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Oliver Berger schrieb am 17. November 2009 zuEvents

Klassik meets Gängeviertel

Mit großer Freude veranstalten wir heute zusammen mit den Brandstiftern, unseren Partnern im Medienboot-Netzwerk und den Künstlern und Akteuren des Hamburger Gängeviertels ein Klassik-Konzert, welches durchaus ungewöhnlich genannt werden darf.

Nicht nur, dass die St. Petersburg Virtuosen uns den Abend mit ihrem meisterhaften Können unterhalten, wir erleben den Auftakt zu einer besonderen Konzertreihe, der “Schatzkammer Klassik”, welche kommende Woche in der Hamburger Laeiszhalle debütiert und bis in den Mai 2010 monatlich ein Konzert für Klassik-Fans bereithält. Ebenso gibt der erst acht Jahre alte Emanuel Meshvinski, der von einigen bereits als großes Talent mit Zukunft gesehen wird, heute bereits eine Kostprobe seines Könnens im Zusammenspiel mit den St. Petersburg Virtuosen.

Alle Details und Infos zum Konzert finden sich einerseits bei Facebook auf der Fan-Page der St. Petersburg Virtuosen und für alle, die nicht über einen Facebook-Account verfügen, hier im Blog:

Zum Auftakt der “Schatzkammer Klassik” Konzertreihe (von Nov. 2009 bis Mai 2010) in Hamburger der Laeiszhalle geben Dienstag, am 17.11.2009, einige Musiker der St. Petersburg Virtuosen unter Leitung von Pjotr Meshvinski ein exklusives “Geheimkonzert” für eine kleine und feine Hörerschaft.

Wir setzen hier bewusst auf Facebook, um ein interessiertes und klassikverliebtes Publikum anzusprechen. Auch wenn das Konzert schon morgen Abend stattfinden wird, so sind wir doch überzeugt, dass wir die gerade einmal zur Verfügung stehenden 50 Plätze im Valentinskamp (Gängeviertel) innerhalb kürzester Zeit besetzt bekommen.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über eine Berichterstattung in Blogs, auf Flickr, hier bei Facebook und/oder in und auf anderen Netzwerken und Plattformen.

Speziell unsere Facebook-Fans sind herzlich eingeladen, dabei zu sein. Wer noch kein Fan ist: ein Klick auf den “Werde Fan” Button genügt! Als Fan bekommt man natürlich bevorzugt einen der 50 Zuhörerplätze!

Werdet daher ein Fan und meldet euch bitte verbindlich mit Vor- und Nachnamen (und ggf. dem Namen einer Begleitung) bei oliver.berger(at)13stock.de oder via Tweet an @OliverBerger an. Das ist sehr kurzfristig … ist mir klar … aber vielleicht passt es ja bei dem einen oder der anderen! Das wäre super!

Wir freuen uns sehr auf das Konzert und die Gäste!

Das Programm des morgigen Abends sieht wie folgt aus:

Wolfgang Amadeus MOZART. Duo KV 423 G-Dur
Allegro
Adagio
RONDEAU. Allegro
Duo KV 424 B-Dur

Adagio – Allegro
Andante cantabile
THEMA. Andante grazioso – Allegretto – Allegro

PAUSE

Luigi BOCCHERINI. Menuett A-Dur

Pjotr TSCHAIKOVSKY. Neapolitanisches Lied

Maurice RAVEL. Sonate für Violine und Violoncello

Allegro
Tres Vif
Lent
Vif, avec entrain

AUSKLANG und Möglichkeit zum Gespräch mit den Musikern, den Machern des Gängeviertels und den anderen Gästen.

Das Konzert beginnt um 19:00 Uhr im Valentinskamp 34 (links neben dem Geigenbauer Winterling) schräg gegenüber der Laeiszhalle und endet gegen ca. 21 Uhr. Nach Beginn des Konzerts ist kein Einlass mehr möglich, rechtzeitiges Kommen sichert zudem die besten Plätze!

Während der Veranstaltung wird es von den Künstlern des Gängeviertels angebotene Getränke geben (Wein, Bier, Wasser, Saft, Softdrinks).

Obwohl wir ursprünglich nur 50 Plätze zur Verfügung hatten, konnten wir durch eine spontane Umgestaltung des Raumes noch ein paar weitere Plätze zur Verfügung bekommen. Also, wer heute Abend noch nichts vorhat und Klassik liebt, der ist herzlich eingeladen, Fan der St. Petersburg Virtuosen zu werden und zum Konzert zu kommen!

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Michael Nordmeyer schrieb am 8. September 2009 zuEvents

BarCamps an der Schwelle zum Mainstream

Die zurzeit geplanten BarCamps (BarCamp Stuttgart 2, GlobalFutureCamp 09, ad(d)camp Hamburg, BarCamp Hamburg 2009) fangen an, sich zu wandeln. Während früher zweitägige BarCamps am ganzen Wochenende statt fanden, werden die zukünftige BarCamps meist Freitags und Samstags veranstaltet. So ist zumindest die Planung.

Dies stellt einen Wandel dar, der die sich ändernde Besucherschar widerspiegelt. Es nehmen nicht mehr nur persönlich Interessierte teil, sondern auch Firmenvertreter, welche die Teilnahme während der Arbeitszeit innerhalb der Woche vornehmen wollen.

In privater Eigenschaft teilnehmende, meistens jüngere Menschen mit flexibler Zeitplanung, haben in der Woche allerdings ihrem Arbeitgeber gegenüber Verpflichtungen und nur am Wochenende Zeit. Daher gab es auch schon die eine oder andere Kontroverse auf den entsprechenden Kanälen.

Insgesamt halte ich den Versuch, beide “Lager” unter einen Hut zu bringen, für sinnvoll. Schließlich gab es auch jetzt schon Teilnehmer, die Familie haben und daher am Sonntag diesen lieber mit eben jener verbringen wollen.

Die subjektive Einschätzung durch Teilnehmen der beiden “alten” BarCamp-Tage war meistens sowieso gespalten. Während die einen von einem gelungenen Samstag und einem langweiligen Sonntag sprachen, sprachen die anderen von der “Qualitätsoffensive” am Sonntag.

Um die interessanten Ideen, die zweifelsohne auf einem BarCamp von den Teilnehmern geteilt und verbreitet werden, in die mit entsprechenden Mitteln und teilweise auch Reichweite versehenen Firmenetagen zu bringen, ist dieser Wandel meiner Meinung nach unumgänglich. Ohne eine solche Brücke werden die Ideen ihr volles Potenzial nicht entwickeln können und einer kleineren Elite vorbehalten bleiben. Was ausgesprochen schade wäre.

Ich bin gespannt, ob dieses leicht geänderte Konzept Früchte tragen wird, oder ob sich eine BarCamp-Insider-Szene und ein BarCamp-Mainstream heraus bilden wird.

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Stephan Chrzescinski schrieb am 6. Juli 2009 zuEvents, News

Strandaufklaren mit Santa Fe Natural Tobacco Company am Kölner Rheinufer

Menschen fügen sich. In Situationen, in ihr Schicksal – und manchmal auch ein, z. B. in herumliegenden Müll. So lautet jedenfalls eines der Ergebnisse des Strandaufklarens in Köln am 5. Juli. Nach dem Strandaufklaren in Hamburg vergangenes Wochenende ist es die zweite Aktion der Santa Fe Natural Tobacco Company. Teil des Prologs zur Liveschaltung der Community SFNTC-inside, die vom 13. Stock sowohl in technischer und strategischer Hinsicht als auch im Community-Management und bei der Kommunikation betreut wird.

SFNTC_K #01

Willkommen in Köln

Dass am 5. Juli in Köln auch der Christopher-Street-Day gefeiert wird, ist purer Zufall. Aber in der Rheinmetropole ist ja Platz genug für zwei Events. So empfängt man dort die schwullesbische Gesellschaft mit herzlicher Routine. Und uns mit der Mitteilung, wir sollten etwas Platz machen, man wolle schließlich noch zahlende Gäste mitnehmen und „Jeld verdienen”. Der Fährkapitän hat sein Schiff offenbar kleiner in Erinnerung, als es tatsächlich ist, und noch dazu vergessen, dass auch wir nicht kostenlos unterwegs sind.

Unser rechtsrheinischer Arbeitsplatz liegt direkt gegenüber und ist schon an beim Ablegen zu sehen. Nach 10 Minuten Fährenfahrt erreichen wir die andere Uferseite und nehmen am bereit stehenden blauen Natural American Spirit®-Bully (fährt mit Bio-Ethanol) unser Gerät auf: Müllsäcke aus 100 % Regenerat, Arbeitshandschuhe und Müllgreifer (keine Blecheimer diesmal). Eigentlich sollten wir zu diesem Zeitpunkt 41 Personen sein, aber von den 22 angemeldeten Kölnern kommen ganze 7. Vielleicht kennen die anderen diesen Teil des Rheinufers…

SFNTC_K #32

Rheinlichkeit – das h macht den Unterschied

So gibt es heute keine zwei Teams, sondern ein konzentriertes Abschreiten des Rheinufers von den „Rheinterrassen“ flussabwärts. Und dort offenbart sich schnell, dass wir nicht – wie in Hamburg – mit dem Gefühl nach Hause gehen würden, eine Aufgabe erledigt zu haben. Denn, neben den üblichen Papierfetzen und Einmalgrill-Resten finden sich hier zwischen Stein, Sand und Busch vor allem eines: Glasscherben! Je nach Naturell schießen einem Namen wie Sisyphus oder Herkules durch den Kopf. Schnell werden die Müllsäcke schwer, schnell bekommen sie Löcher und müssen ausgetauscht werden. Weit über 50 Stück dieser umweltschonenden Abfallbehälter werden wir am Ende gefüllt haben. Mehr als 3 Kubikmeter Müll, vor allem Scherben, werden einen 700 Meter langen Strandabschnitt verlassen haben. Misstrauisch beobachten uns dabei die lokalen Ausflügler. In ihren Blicken liest man die Fragen nach unserer Herkunft, unserem Arbeitslohn (die auch verbalisiert werden) und – man möchte es zumindest hoffen – auch etwas schlechtes Gewissen.

SFNTC_K #42

Finale – oh oh!

Ganz am Ende unseres Aktionsgebietes haben wir dann doch noch Gelegenheit, eine Müll-Aufgabe endgültig zu lösen: Familien sitzen dort, völlig ungerührt, inmitten der Hinterlassenschaften ihrer Vorgänger: Brik-Tüten, in denen mal (natürlich lieblicher) Rotwein war; Plastikverpackungen von Schweinekoteletts und Sandwiches und was man sonst so lieber liegen lässt. In einer konzertierten Aktion räumen wir all das weg. Man entschließt sich, uns zu ignorieren. Aber zu diesem Zeitpunkt geht es uns sowieso nur noch um den Respekt vor der Natur, so lautet ja auch das übergeordnete Motto unserer Aktion. Der Respekt vor den Menschen ist uns an diesem Tag, zumindest zeitweise, allerdings ein wenig abhanden gekommen.

SFNTC_K #78

Verdient ist gar kein Ausdruck

Das Rahmenprogramm ist, und das war ja schon in Hamburg so, äußerst angenehm – und sooo verdient. Mit erfrischender Bio-Limonade und -Wasser spülen die Aufklarer ihren Scherbenfrust hinunter. Und am Ende herrscht „gefräßige Stille“ als man sich das Bio-Picknick vom BioGourmetClub schmecken lässt. Die Damen vom BioGourmetClub können übrigens nicht nur hervorragend kochen, sie haben auch selbstlos und freiwillig beim Aufklaren geholfen. Musicalsängerin Joana Jähnig und ihr Schwager Michael an der Gitarre, präsentieren ihr sommerlich-leichtes Repertoire, incl. Jason Mrazs „I’m yours”, das schon in Hamburg so gut zur Picknick-Atmosphäre gepasst hat.

Das Wetter hat uns auch diesmal bis zum Schluss verwöhnt. Und so dauert das Picknick auf den Rheinpark-Wiesen noch bis in den Abend. Bei Frisbee, Mikado, Federball, Volleyball, Bio-Bier und -Wein und luftiger Musik. Oliver Berger und ich verlassen gegen 17.30 Uhr die Gesellschaft und treffen auf dem Rückweg tatsächlich noch jemanden, der auf unsere NAS-T-Shirts deutend nach „der Veranstaltung” fragt. Dem Rheinstrand kann er zu dieser Zeit sicher nicht mehr helfen. Fragt sich andererseits, ob das überhaupt einer kann.

Fazit

Vom Müll her deutlich unangenehmer als Övelgönne, prägte die Herausforderung des Kölner Rheinstrandes deutlich die Stimmung innerhalb des Teams. Der Scherbenhaufen schweißte uns zusammen. Es gab trotzige Entschlossenheit angesichts eines übermächtigen Feindes, während in Hamburg eher die Selbstzufriedenheit nach einem – nicht zu schwer errungenen – Sieg herrschte. Interessante Frage an den Psychologen: Was ist für das Team bzw. Community Building wertvoller?
Ich persönlich hatte in Köln eher das Gefühl eines gemeinschaftlichen Erlebnisses. Aber das mag auch daran liegen, dass es für mich schon das zweite Mal war.

Immerhin konnten wir beobachten, dass sich dort, wo wir aufgeräumt hatten, mehr Leute an den Strand legten. Nehmen wir es als verschämtes rheinisches Dankeschön. Und wenn ihr ganz lieb seid, kommen wir ja vielleicht wieder…

Fotos

Fotos vom Rheinufersäubern finden sich unter http://tr.im/rheinufer in unserem flickr-Fotostream.

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