Archiv für die Kategorie „User Generated Content“

Sebastian Baumer schrieb am 21. Januar 2012 zuNews, Tools, User Generated Content

Hochgeschlossen. Ein Blick auf iBooks Author.

Das Tool sieht auf den ersten Blick wirklich außerordentlich gelungen aus – Apples neue und kostenlose Software iBooks Author tritt mit großen Ambitionen an: Jeder soll in Zukunft seine eigenen elektronischen und interaktiven Bücher in tollen Layouts und mit fantastischer Typographie ganz einfach selbst veröffentlichen können, unabhängig von den Verlagen und ihren altbackenen Strukturen. Abgesehen davon, dass man Apples dazugehörige und im selben Rahmen vorgestellte, langfristige Strategie, Schulen und Universitäten dazu zu bringen, iPads und Bücher aus dem iBookstore zu Lehrzwecken zu nutzen, nicht nur für sehr bedenklich halten kann, sondern sogar muss, gibt es auch für den Hobbyschreiber mit Eigenpublikationsambitionen gute Gründe, die Finger von Apples neuer und kostenloser Software iBooks Author zu lassen oder zumindest sehr genau zu überlegen, ob man ein so wichtiges Projekt wie ein Buch mit damit erstellen will – ich will nur drei davon nennen, die Lizenzbedingungen sind mindestens ebenso umstritten:

1.) Geräte und Versionsbindung. Wer ein Buch mit iBooks Author setzen und über den iBook-Store veröffentlichen will, sollte sich bewusst sein, dass sein komplettes denkbares Publikum eine sehr eng gefasste Gruppe von Lesern ist: Die mit dem Tool erstellen Bücher laufen lediglich auf iPads, diese müssen auch zwingend die aktuellste Software iBooks 2 installiert haben. Die erstellten Bücher mit allen Inhalten können nicht an iPhones, Android-Tablets, PCs oder Macs angesehen werden. Drastischer ausgedrückt: Das durch die Software erstellte Dateiformat (.ibooks) ist außerhalb von iBooks 2 und dem iPad nur Dateimüll.

2.) Die grottigsten Exportfunktionen, die ich in einem Apple-Programm jemals gesehen habe. Natürlich, so “großzügig” ist man dann schon in Kalifornien, darf der Autor sein Buch doch auch selbst abspeichern und könnte es dann rein theoretisch selbst vertreiben. Nur: Wer tatsächlich versucht, das Buch etwa als PDF zu exportieren (das gängige ePub oder andere Formate werden gar nicht erst als Option angeboten), der wird beim Öffnen der Datei mit einem ziemlich großen Apple-Logo inklusive Schriftzug “iBooks Author” auf jeder einzelnen Seite konfrontiert, was sich nicht abschalten lässt. Unbrauchbar. Ansonsten darf man nur den reinen Text wieder aus der Software exportieren, was schon im Ansatz keinen Sinn ergibt, da iBooks Author ein Layout-Tool und kein Schreibprogramm ist, d.h. man den Text in aller Regel nicht ursprünglich in der Software getippt hat.

3.) Abhängigkeit von der Willkür Apples. Wie auch beim App-Store gilt bei Veröffentlichungen über den iBookstore natürlich das Prinzip: Alleine Apple entscheidet, ob Dein von Dir erstelltes Buch in den iBookstore kommt oder nicht. Und bei Büchern und Texten ist das ganze Thema sicherlich noch eine Ecke heikler als bei Apps, die meist eher Werk- und Spielzeuge sind und wenig mit Meinung zu tun haben. Man will gar nicht erst anfangen, darüber nachzudenken, wie viel Prozent der Weltliteratur nicht erschienen wären, weil Apple sie aufgrund vermeintlicher Anstößigkeit niemals in ihre virtuellen Regale gelassen hätte.

Vorläufiges Fazit: Leider bestätigt Apple mit iBooks Author ein paar der schlimmeren Vorurteile gegenüber dem Konzern: Jedes damit erstellte Projekt ist fest an Software, Hardware und Vetriebswege von Apple gekoppelt und davon quasi nicht abzulösen. Persönlich kenne ich kaum eine Software aus dem Hause Apple, die die mit ihr erstellten Dateien so rigide an das eigene Ökosystem bindet. Die implementieren Pseudo-Optionen, das erstellte Produkt auch eigenhändig zu veröffentlichen (entweder das Verschicken von riesigen Dateien, die nur von iPads gelesen werden können oder PDFs mit Wasserzeichen auf jeder Seite) sind de facto keine.

Wer im Selbstverlag ein eBook veröffentlichen will, sollte sich gut überlegen, ob es ihm das wert ist – oder schlicht zu Lösungen greifen, die ihm selbst die Kontrolle über sein Werk behalten lassen: Das ebenfalls von Apple stammende Pages etwa hat natürlich keine so schicken Vorlagen, kann aber ePub exportieren und eignet sich prächtig. Wer es eine Nummer größer braucht, der greift zum Profi-Werkzeug Adobe InDesign. Von iBooks Author kann man in dieser Version jedenfalls leider nur abraten, auch wenn es auf den ersten Blick wirklich toll aussieht und Apple-Fans zu begeistern weiß.

Hinweis: Der Verfasser dieser Zeilen benutzt für Text und Design täglich iMacs, iPhones und sonstigen Apple-Kram und mag iBooks Author nicht deswegen nicht, weil es von Apple kommt, sondern weil es genau das bestätigt, was Apple-Hasser Apple immer vorwerfen.

Sebastian Baumer schrieb am 7. November 2010 zuNews, Online Trends, Social Networks, Tools, User Generated Content

Das große Ganze sehen – Ein Blick auf das Aggregationstool Storify

Die Menge verschriftlichter Meinungen zu verschiedenen Diskursen im Netz nimmt permanent zu. Und sie wird zunehmend kleinteiliger, fragmentierter und unübersichtlicher. Hatten wir es bis vor ein paar Jahren neben den Online-Angeboten klassischer Medien noch mit einer relativ überschaubaren Zahl von einflussreichen Blogs zu tun, so ist heute zusätzlich eine riesige Menge von unter anderem Microbloggern, Posterous- und Tumblr-Accounts, Facebookpages und Web-Newsdiensten zu beobachten, auf denen Menschen ihre Meinungen publizieren. Ein Überblick über die wichtigsten Linien einer Diskussion, die sich selten auf einen einzigen Ort im Netz beschränkt, wird damit zunehmend schwerer.

Zwar bieten die großen Plattformen und Tools jeweils eigene Werkzeuge an, die Informationsmenge zu katalogisieren und zu verschlagworten – so existieren neben der klassischen Suchfunktion etwa Hashtags bei Twitter, Kategorien und Channels bei YouTube und Vimeo, Gruppen bei Facebook und die Blog- bzw. News-Suche bei Google – schwierig wird es aber dann, wenn der User sich ein Bild von einem Diskurs über die Grenzen eines einzelnen Social Media-Kanals hinaus machen will.

An dieser Stelle setzt Storify an, ein neues Aggregations-Tool (momentan ist die Nutzung der geschlossenen Beta nur per Invite möglich), das die Möglichkeit bietet, eine Sammlung von Meinungen zu einem Thema zu publizieren, die aus verschiedenen, eingebetteten Bausteinen besteht, welche wiederum per Suchfunktion aus Quellen im Netz zusammengetragen werden können. So erlaubt das Werkzeug, per Baukastenprinzip und mit eigenen Kommentaren angereichert, einzelne Meldungen und Artikel im Social Web zu einem größeren Bild an einem Ort zusammenzufügen. Die Elemente sind dabei auf ihren Ursprung verlinkt und können teilweise sogar (wie etwa Tweets) direkt aus Storify heraus auf der ursprünglichen Plattform beantwortet werden. Das Tool ist damit für Medienmacher und Autoren etwa das, was Flipboard für den Konsumenten ist: Eine Möglichkeit, über Plattformen hinweg Meinungen und Artikel in einem ansehnlichen Layout und an einem Ort zusammenzuführen, und zwar über Einbettung, nicht nur über Verlinkung.

Der klassische Einsatzzweck von Storify dürften Veranstaltungen sein, wie das Startup auch in seinem Demo-Video zeigt, das die grundlegenden Funktionalitäten vorführt:

Denkt man ein bisschen weiter, kommen sofort weitere Einsatzzwecke in den Sinn: Ein beliebiges Thema innerhalb der Blogosphäre könnte mit Storify genauso übersichtlich durch die verschiedenen Blogs verfolgt und aufbereitet werden wie die besten Blumenkübel-Tweets oder die schönsten Photos von verschiedenen Hostern zu einem bestimmten Thema. Schlussendlich kann man sogar versuchen, crossmedial Diskurse mittels relevanter, unterhaltsamer und kontroverser Meinungen nachzuzeichnen – was ich in einer Miniaturversion beim ersten Test des Tools hier zur der wiederaufkochenden Google Street View-Debatte versucht habe.

Ein solcher Storify-Artikel aus kleinteiligen Elementen und Links lässt sich im Anschluss, wenn gewünscht, auch direkt in einem Blog oder auf einer Webseite wieder einbetten und ist automatisch mit den entsprechenden Buttons und Tools zum Sharen versehen, optional können außerdem die Ursprungsautoren der eingebetteten Elemente benachrichtigt werden.

Ob Storify schlussendlich wirklich ein Erfolg wird, darf indes aber noch bezweifelt werden. Das Startup verfügt erstens laut Mashable noch über kein Finanzierungskonzept und ist auf Investoren angewiesen und zweitens ist es fraglich, ob das Werkzeug aufgrund seiner (inhaltlichen, nicht bedientechnischen) Komplexität jemals genug User anziehen kann – aufwendige Recherche zu einem Thema zu betreiben, die auch noch auf verschiedenen Plattformen unter Kenntnis der jeweils relevanten Medien und User erfolgen muss, ist schlussendlich wohl nichts für den täglichen Gebrauch durch den Normaluser. Für Blogger, Twitterer und (Social) Media-affine Menschen hingegen könnte Storify ein Weg sein, nachvollziehbare Pfade durch den Dschungel der Äußerungen zu einem Thema zu schlagen und diese mit anderen zu teilen.

Sebastian Baumer schrieb am 28. Oktober 2010 zuOnline Trends, User Generated Content

Innovatives Crowdsourcing: The Johnny Cash Project

Auf thejohnnycashproject.com ist Johnny Cash quicklebendig. Für den Titel ‘Ain’t No Grave’ von seinem letzten und in diesem Jahr posthum veröffentlichten Album ‘American VI: Ain’t No Grave’, das er kurz vor seinem Tod eingespielt hat, bastelt dort nämlich eine Community aus freiwilligen Netzeinwohnern und Cash-Fans an einem Musikvideo unter der Leitung von Regisseur Chris Milk (auch verantwortlich für das interaktive Video ‘We Used To Wait’ von Arcade Fire, das auf sehr originelle Weise mit der Einbindung von Google Maps arbeitet), dessen 1370 einzelne Frames aus von den Nutzern übermittelten Zeichnungen bestehen. Und jedermann kann ein Teil davon werden, besondere zeichnerische Fähigkeiten sind keine Vorraussetzung. Die Webseite selbst bietet sogar das notwendige Tool an, um direkt im Browser den eigenen Beitrag anzufertigen, der dann in den Bewertungspool eingespeist wird:

Was macht das Interessante an einem solchen Projekt aus? Vielleicht, dass es die Prozesse, die im Mitmach-Netz überall auf einer dem einzelnen User eher unbewussten Makro-Ebene ablaufen (Kollaboration, das Teilen von Wissen, die Vermischung kommerzieller und unkommerzieller Interessen, klassisches Crowdsourcing, die Anhäufung von Personen mit gleichgelagerten Interessen auf bestimmten Plattformen) verbindet und auf einer konkreten, verdichteten und ‘anfassbaren’ Ebene abbildet, quasi eine Wasseroberfläche des dahinterstehnden Prozesses gezeigt wird, die jedermann in der Mittagspause angucken und genießen kann, auch ohne, dass er erst einmal tiefer einsteigen müsste: Ein drei Minuten-Musikvideo. Aus einzelnen Zeichnungen tausender verschiedener Nutzer:

Nach den Prinzipien, die bei der Erstellung des Videos zum Tragen kommen, funktionieren nicht nur die grundlegenden Strukturen des Netzes im Allgemeinen und Social Media und Crowdsourcing im Besonderen, sondern es gibt auch eine ganze Reihe weiterer Kunstprojekte, die das in ähnlich konkreter und beeindruckender Form auf den Punkt bringen: Der ‘YouTube-Chor’ mit dem Titel ‘Lux Aurumque’ etwa: 185 Nutzer aus 12 verschiedenen Ländern singen den Titel, graphisch eindrucksvoll aufbereitet fügt der Komponist Eric Whitacre das Ganze zu einem virtuellen Chor zusammen, dessen musikalische Gesamtdarbietung sich durchaus hören lassen kann:

Wirklich innovativ und neu an ‘Ain’t No Grave’ und dem Johnny Cash-Projekt ist dagegen die Tatsache, dass es geschafft wird, die kollaborativen Prozesses des Netzes abzubilden, ohne, dass das Ganze wie bei bisherigen Projekten dieser Art ein statisches Werk ergibt.

Es ist nämlich erstens dreifach interaktiv – interaktiv natürlich für den, der mitmacht und mittels einer Zeichnung ein Teil davon wird, aber auch für denjenigen, der die anderen Zeichnungen bewertet und somit entscheidet, was am Ende tatsächlich im größeren Kontext Video landet (beim Abspielen können Varianten jedes einzelnen Frames angeklickt und mit Rating versehen werden, es ist sogar möglich, den Prozess der Entstehung jeder Zeichnung nocheinmal als Extra-Video anzugucken, zusätzlich sind Metainformationen über den Zeichner, den Zeichenstil und die aufgewendete Zeit enthalten) und schließlich sogar für den einfachen Zuschauer, der via der Weboberfläche die Möglichkeit hat, über diverse Filterkriterien sich ‘seine’ ganz persönliche Variante zusammenzustellen: Willst Du die Top-Rated Bilder in Deinem Video sehen? Oder doch die eher abstrakten Varianten? Vielleicht willst Du die neuesten Einsendungen im Video angucken? Oder soll es zufällig generiert werden? Auch als eigentlich passiver Part des Projektes muss man Entscheidungen treffen.

Zweitens ist es aber auch, und das ist vielleicht noch wichtiger, lebendig. Zumindest für den Zeitraum, in dem das Projekt von den Machern weiter aktualisiert wird, verändert sich das Video mit jeder neuen Zeichnung, jeder hinzugefügten Einsendung ein kleines Stück weiter zu etwas Neuem. Die richtigen Worte dafür findet Mashable:

Yes, video may have killed the radio star, and the web might have killed the video star — but is there another kind of star on the horizon?

Johnny Cash, der trotz seiner eher im konservativen Genre verortbaren Musik einen sehr offenen Geist für neue Ideen und vor allem für aus der Mitte der Gesellschaft kommende Bewegungen hatte, wäre vielleicht sogar ein bisschen beeindruckt von dem, was das Internet mit seinem Song macht.

Katharina Glass schrieb am 7. Oktober 2009 zuReputation Management, User Generated Content

Company vs. Customer – And the Winner Is … YouTube!

Soziale Netze werden von Unternehmen mit wachsender Beliebtheit genutzt, und auch das Social-Media-Tool YouTube gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Konzerne verwenden YouTube, um über neue Entwicklungen zu informieren, für positive PR zu sorgen und in den Köpfen der Konsumenten präsent zu sein. Verständlicherweise, denn laut Sarah Gallagher konnte YouTube mit 14,8 Milliarden gesehenen Videos pro Monat ein Wachstum von 50 Prozent zwischen Januar 2008 und Januar 2009 verzeichnen. Damit ist YouTube eine Plattform, auf der man viele User erreichen und auch das jüngere Publikum ansprechen kann. Es ist ein einfacher Weg: kostengünstig, und auch andere Kommunikationskanäle können dadurch aufgewertet werden.

So startete zum Beispiel das ZDF mit Maybrit Illner im Februar dieses Jahres mit einem eigenen Kanal auf YouTube den Versuch, die jüngeren Zuschauer für ihre Sendung zu begeistern. Ob der Versuch wirklich gelungen ist, ist fragwürdig, denn die eingestellten Zuschauerfragen kommen eher vom älteren Publikum, und die Kommentare beziehen sich eher  auf Maybrit Illner selbst als auf politische Inhalte. Dennoch gewinnt die Sendung durch YouTube an Aufmerksamkeit, denn mit 736 Abonennten und 375 412 Kanalaufrufen erreicht Maybrit Illner auf diesem Weg sicherlich ein anderes Publikum als allein über das Fernsehen.

Ein anderes Beispiel ist Siemens. Siemens unterhält auf YouTube vier verschiedene Kanäle und ist dadurch laut der schwedischen Consultantfirma Hallvarson & Hallvarson europäischer Spitzenreiter in der Präsenz in sozialen Netzwerken. Über YouTube informiert Siemens darüber, wie seine Innovationen in den Bereichen Industrie, Umwelt und Energie sowie Gesundheit eingesetzt werden. Der Verbraucher erhält einen größeren Einblick in das Unternehmen, gleichzeitig kann das Unternehmen auch selbst sein Image aufwerten. Meiner Meinung nach sollte Siemens allerdings auf unangenehme Fragen bzw. Vowürfe wie “Erfahren Sie mehr darüber, wie Siemens-Innovationen Antworten geben auf wichtige Fragen unserer Zeit zu Industrie, Umwelt und Energie sowie Gesundheit. – Wie erklären Sie sich dann die menschenverachtenden Geschäftemacherei mit der Islamischen Republik, bei welchen Sie mit Nokia zusammen der iranischen Regierung Spioniersysteme zur Verfügung stellen? Sie sollten sich schämen” eingehen und nicht unkommentiert lassen, da sonst das Image der Firma darunter leiden kann.

Eine weitere, etwas unkonventionellere Methode, um Aufmerksamkeit durch YouTube zu bekommen, hat  Southwest Airlines gewählt. Das ungewöhnliche Unterhaltungsprogramm der rappenden und singenden Flugbegleiter wird auf Video aufgenommen und in den YouTube-Kanal der Airline online gestellt. Zunächst interessierten sich nicht viele für die Videos, doch mit dem privat eingestellten Video eines rappenden Flugbegleiters steigt das Interesse für den YouTube-Kanal von Southwest Airlines.

Das Video des rappenden Flugbegleiters hat heute über zwei Millionen Aufrufe. Darüber gelangt auch der Business-Kanal des Unternehmens zu mehr Aufmerksamkeit.

Doch nicht nur positive Resonanz kann ein Unternehmen durch YouTube erlangen. Das zeigt zum Beispiel der Fall United Breaks Guitars. Urheber dieses Videos ist Dave Carroll, ein kanadischer Countrysänger. Dave Carroll flog mit United Airlines, als er beobachtete, dass der Frachtservice Gitarren auf das Rollfeld warf. Als er später seine Gitarre zurückbekam, war der Gitarrenhals gebrochen. Spätere Beschwerden bei United Airlines führten zu keinem Erfolg, sodass der Sänger beschloss, einen Song über den Vorfall zu verfassen und bei YouTube online zu stellen.

Das Video hat heute über vier Millionen Views. Diese schlechte PR verursachte einen Kursverlust der Aktie, der die Shareholder schließlich ca. 180 Millionen Dollar kostete. United Airlines erklärte sich daraufhin zu einer Spende in Höhe von 3000 Dollar an das Thelonious Monk Institute of Jazz bereit, was den Schaden aber nicht wirklich verringern konnte.

Diese Fälle zeigen, dass YouTube sicherlich ein machtvolles Instrument ist, um Firmen in einem anderen Licht zu präsentieren. Ob das positiv oder negativ ist, liegt nicht immer unbedingt in der Hand der Unternehmen, dennoch sollte man seine Möglichkeiten nutzen und dieses Tool einsetzen.

Ein interessanten Vortrag zur Verwendung von YouTube für Firmen gibt es von Sarah Gallagher.

13. Stock schrieb am 15. Juli 2009 zuUser Generated Content

Friends play Books. Heute: Twittern und Gewinnen, Teil 1

Das Setup: Eine schummrige Bar, Rauchschwaden hängen in der Luft und trüben den Blick auf einen langen Tresen mit polierter Oberfläche. Gut zwei Dutzend Gäste geben dem kleinen Raum den Anschein, als sei er bereits übervoll … Wort- und Musikfetzen der Anwesenden und der Music-Box mischen sich zu sonorem Summen, einem Grundrauschen des sozialen Abstiegs quasi.

Die Personen: Raze, der Barkeeper. Seine Hässlichkeit ist legendär. Insbesondere in einer Zeit, in der Schönheit ein käufliches Gut ist. An Stelle seines rechten Arms prankt eine in pinkes Plastik verblendete Prothese aus russischen Militärbeständen, die getrost als antik bezeichnet werden kann. Sein durchaus beachtlicher Bauch wird von einem weißen Feinripp-Shirt kaum bedeckt.

So, oder mit so einer ähnlichen Szenerie beginnt eines meiner Lieblingsbücher. Wer zu wissen glaubt, um welches Buch es sich handelt, der kann seine gerne Vermutung in den Kommentaren hinterlassen.

Mit ein wenig Vorstellungskraft, ein paar Freunden und den Möglichkeiten des Web 2.0 ist aus so einer Erinnerung einer Buchszene schnell ein kurzer Clip gedreht und auf YouTube eingestellt. Genau dies ist auch der Gedanke der Aktion “Friends play Books” der Books on Demand GmbH (BoD): “Dreh deine Lieblingsszene aus einem Buch und gewinne mit BoD.”

Um euch, liebe Leser, Follower (@13stock), Fans und Freunde des 13. Stocks, hier einzubinden und auf eure Mithilfe zu bauen, haben wir mit BoD eine Reihe attraktiver Rahmenbedingungen geschaffen, die Anreiz bieten sollen, sich zu beteiligen – und um alle zwei Wochen auch etwas zu gewinnen!

A propos gewinnen. Von BoD ermittelt wurden gestern folgende zehn Personen, die je 2 x 1 Kinokarte für ein CinemaxX ihrer Wahl gewonnen haben:

Je eine Freikarte für die Buchmesse in FFM 2009 haben

gewonnen.

Euch allen vielen Dank fürs Mitmachen, herzlichen Glückwunsch und viel Spaß im Kino oder in Frankfurt auf der Messe! Bitte meldet euch bei uns via mit euren Kontaktdaten, damit euch BoD die Karten per Post zuschicken kann.

Mitmachen. Mitgewinnen

Wer bislang nicht gewonnen hat, aber nun auf den Geschmack gekommen ist, der kann einfach folgendes tun:

Die nächste Runde endet am 28.07.09. Alle weiteren Termine und ein Video seht ihr im ursprünglichen Posting zur Friends play Books Aktion.

13. Stock schrieb am 30. Januar 2009 zuEvents, Online Trends, User Generated Content

radiocamp09 – Ein Juwel in der BarCamp-Landschaft

Barcamper, Podcaster, Mitarbeiter etablierter (also oft 1.0) Rundfunkanstalten und -sender sowie Interessierte an den Themen Audio 2.0, (Live) Streaming und Music on Demand trafen sich heute in Hamburg zum radiocamp09, welches in der Hamburg Media School eine schöne, wenn auch von der Temperatur her etwas kühle, Heimat gefunden hat.

Gleich bei der Registrierung hat mir gut gefallen, dass ich direkt gefragt wurde, ob ich auch zur Abendveranstaltung in der Hamburger Botschaft kommen möchte. Als ich dies bejahte, gab man mir so ein verstellbares Band fürs Handgelenk, mit dem ich dann später Zutritt erhalten sollte. Das hat mir insofern gut gefallen, als dass mit dieser Methode die No-Show Rate auf solchen Veranstaltungen drastisch gesenkt werden kann, da halt nur die Leute auch eingeplant werden, die am Veranstaltungstag vor Ort sind und ihren Willen zur Teilnahme bekunden.

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Auf dem Sessiontable waren sämtliche Themen zu finden, die ich im Umfeld von Webradio erwartet hätte: Vermarktungsstrategien, Radio und Urheberrecht, Regulierung und Lizenzen, Radiomoderator 2.0, Webradio in der Praxis und Podcasting. Aber auch Themen wie Microblogging (als Rückkanal für Live-Moderationen), Metadaten und Social Media Marketing standen auf dem Programm.

Sämtliche Sessions, an denen ich teilgenommen habe (u.a. Podcasting – Krise oder Durchbruch und Audio 2.0), waren neben mir vor allem von interessierten Teilnehmer besucht, die sich den ganzen Tag über aktiv und kritisch eingebracht haben – dies hat das radiocamp für mich enorm wertvoll gemacht, da ich dieses starke Involvieren der Teilnehmer bei anderen Barcamps oft vermisst habe. Ebenso dazu beigetragen haben die jeweils eingeladenen Experten, welche die Podien besetzt hatten (siehe Fotos).

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Ein Erklärungsversuch für die intensive und oft kontroverse Beteiligung, der im Gespräch mit anderen Teilnehmern Form angenommen hat, ist, dass gerade die eher klassischen Vertreter des Hörfunks Angst um ihre Pfründe und Zukunft haben, da auch sie ganz klar den Trend zu Audio 2.0, User Generated Content (UGC) und (Live)Streaming von Audioangeboten erkannt haben, aber oftmals auf Grund ihrer Strukturen diese Trends nicht unmittelbar bedienen können und dadurch befürchten, den Anschluss zu verpassen.

Erfreulich war auch, dass ich feststellen durfte, dass das Thema “Genehmigungspflicht von Streamingangeboten”, zu dem die AG Social Media wie berichtet eine virtuelle Podiumsdiskussion am 04. Februar in der Zeit von 18:00 bis 19:30 Uhr veranstaltet, in der Session Regulierung/Lizenzierung von Dr. Martin Bahr inhaltlich thematisiert wurde. Wer möchte, kann sich an der Diskussion nächste Woche via make.tv beteiligen, die der AG Social Media ihre Plattform zur Verfügung stellen.

Auch das WLAN, sonst oftmals Quell ständigen Ärgers auf Unkonferenzen, war dank der technisch kompetenten Unterstützung von Christian Rasch von kurzzz.de durchgehend verfügbar und zu keinem Zeitpunkt an seine Leistungsgrenze gekommen. Vielen Dank dafür.

Ein längerer und ausführlicherer Bericht folgt ggf. zu einem späteren Zeitpunnkt – jetzt mache ich mich erst einmal auf in die Hamburger Botschaft zur Afterparty des aus meiner Sicht sehr erfolgreichen radiocamp09.

In unserem flickr-Stream gibt es übrigens auch Fotos vom radiocamp09.