schrieb am 1. April 2009 zuEvents, People
Das Barcamp Caspian in Baku
Während Oliver (@OliverBerger) und Michael (@coffeemick) auf dem Barcamp London waren, trieb es mich (@Hagenburger) in die andere Richtung: Weit nach Osten, zum Barcamp Caspian in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Wie auch in London, gab es beim Barcamp Caspian ein besonderes Gefühl des Zusammenhalts: Nach den Sessions wurde zusammen gefeiert und getanzt.
Aber auch hier gibt es – zumindest aus meiner Sicht – einen anderen Fokus als in London oder Deutschland. Zum einen sind journalistische Projekte deutlich stärker vertreten als typische Web-2.0-Applikationen. Zum anderen geht es um Menschen. Die Teilnehmer stammen hauptsächlich aus allen Länderen der früheren Sowjetunion. Neben mir waren die einzigen beiden deutschen Teilnehmer Monte (@montezemolo) und Cord (@captaincord) von Mikestar. So konnte ich viel neue Freunde aus verschiedenen Ländern gewinnen und lauschte begeistert deren Erfahrungen aus der Heimat.
Sessions: Journalistische Projekte auf dem Barcamp Caspian
Während hier heftig über Sperrungen des Internets diskutiert wird, ist das, sowie generelle Zensur, in manchen Osteuropäischen Ländern leider Tatsache. So auch in Weißrussland (Belarus). Nach jahrelangen Problemen mit der Zensur ihrer Printausgabe entschied sich das 34mag für einen Schritt, der aus deutscher Sicht ungewöhnlich klingt: Sie vertreiben ihr Magazin nun als Flash-Anwendung auf CD-ROM. So entstand der der Name, da C und D der 3. und 4. Buchstabe des Alphabets sind.
Die Verteilung hat zwei große Vorteile. So ist das Internet, vor allem Breitbandanschlüsse, aufgrund hoher Preise in Weißrussland noch nicht so verbreitet. Auch unterliegen CDs nicht der üblichen Pressezensur. Der Versand der CDs sowie die Herstellung generell wird dabei vom Ausland finanziell unterstützt.
Weniger Probleme hat TOL – Transitions Online. „Transitions“ wurde kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion gegründet und sieht sich als Magazin für alle ehemaligen kommunistischen Länder. Bereits 1999 vollzog man einen radikalen Schnitt und setzte vollständig auf das Internet. Andy aus Prag berichtete nun über die Neukonzeption der Website und wie sie mithilfe von Blogs neu ausgerichtet wird, Elza über die Aktivitäten von TOL in Georgien und Aserbaidschan.
Die Sponsoren
Anders als bei deutschen Barcamps, gab es zu Beginn eine Ausführliche Begrüßung durch Minister, Stadträte sowie dem Leiter der Qafqaz Universiteti – einer türkischen Universität in Baku, dem Veranstaltungsort des Barcamps. In dieser Veranstaltung sehen sie große Chancen für Aserbaidschan und deren Studenten.
Auch fanden die Sessions der Teilnehmer nur am Samstag statt. Am Sonntag folgten die der Sponsoren. Den Anfang machte Delta Telecom, der größte aserbaidschanische Telekom-Dienstleister. Hier wurden wir durch den Backbone und die Rechenzentren geführt. Delta Telecom baut zurzeit ein neues Rechenzentrum auf und sieht sich als geeigneten Hoster für schnelle Verbindungen in den Kaukasus und den ganzen turksprachigen Raum. Zur Einführung bietet sie ausländischen Unternehmen ein halbes Jahr kostenloses Hosting.
Danach folgten Google und Opera. Beide Unternehmen präsentierten eine Großzahl ihrer Leistungen und die Ziele, die sie damit verfolgen. Ganz im Stil einer Barcamp-Session, nicht als Marketingveranstaltung. Gerade der Marktanteil von Opera sei in Osteuropa und Zentralasien besonders hoch.
Zurück in Berlin geht es nun nach einer eintägigen Pause mit der re:publica weiter. Das Barcamp Caspian wird mir in besonders guter Erinnerung bleiben. Einen etwas persönlicheren Blick auf das Barcamp Caspian gibt es von mir im Susuh-Blog.




