Artikel-Tags: „re:publica“

Michael Nordmeyer schrieb am 3. April 2009 zuEvents

Eine Beobachtung von der re:publica’09

Der Vormittag findet wieder im Friedrichstadtpalast, der Nachmittag in der Kalkscheune. Anders gesagt bedeutet dies, dass es keine parallelen Sessions gibt. Für mich aber leider auch keine interessanten, nachdem die grandiose Session über “Social Media in the Mideast” gleich frühmorgens lief.

So dachte ich.

Stimmt aber nicht ganz.

Warum? – Nun, auf dem optisch schönen und eigentlich gut gemachten gedruckten Sessionplan stehen nicht die Namen der Vortragenden. Sehr unglücklich. Das Ergebnis ist, dass mir Vorträge vom Thema her total uninteressant vorkommen, obwohl die Sprecher sehr bekannt und interessant sind. In diesem Fall war es Cory Doctorow.

Wow! Was für einen Einfluss können bekannte Namen auf die Wahrnehmung von Vorträgen haben. Erst Flop, dann Top. Es würde mich interessieren, wie die Teilnahmen bei Vorträgen wären, bei denen entweder nur der Name auf dem Plan stehen würde, aber nicht das Thema, oder umgekehrt. Und wie die Kommentare der Teilnehmer bei der Sessionauswahl an der Sessionwall o.ä. wären.

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Michael Nordmeyer schrieb am 2. April 2009 zuEvents

Conference Hopping Tag 07: Berlin

Der zweite Tag der re:publica’09 neigt sich dem Ende zu. Und er war schön.

Die von mir besuchten Sessions waren in meinen Augen deutlich inhaltsstärker, als die vom ersten Tag. Es tat der Konferenz gut, dass gegen Mittag vom optisch schönen Friedrichstadtpalast in die Kalkscheune gewechselt wurde.

Impressionen vom Friedrichstadtpalast Der Friedrichstadtpalast von innen

Ein paar Teilnehmer standen zwar etwas verwirrt zur Mittagszeit vor den dann schon verschlossenen Türen des Palastes, was sich dann aber schnell geklärt hat. Die kleinere Kalkscheune mit den vielen Räumen bietet besonders durch den zentralen Hauptraum und den angeschlossen offenen Garten ein dem Zusammenkommen der Teilnehmer wesentlich zuträglicheren Rahmen, ohne dass sich alles verläuft.

Nachdem ich mich mit einem durchschnittlichen Vortrag “Widgets vs. Security”, der die verschiedenen Widget-Systeme unter Windows bezüglich ihrer Missbrauchs-Sicherheit durch Dritte beinhaltete, aufgewärmt hatte, kam der erste inhaltlich wirklich gute Vortrag: “Blogging in Africa”. Geraldine de Bastion und Andrea Goetzke stellten diverse afrikanische Plattformen und Bewegungen vor, die mit modernsten Technologien auf Afrika zugeschnittene Dienste und Nachrichten anbieten:

  • Afrigator, ein News- und Blog-Aggregator
  • Global Voices, eine redaktionell erstellte Blogging-Newssite mit über 150 aktiven Authoren und Übersetzern
  • Kelele, die Afrikanische Blogger-Konferenz

Das Beste war allerdings Ushahidi: Crowdsourcing Crisis Information. Mit dieser Anwendung können negative Vorkommnisse in eine interaktive Karte à la Google Maps eingetragen werden. Die Berichte können per Mobile, E-Mail oder Web an Ushahidi verschickt werden. Großartige Umsetzung. Eingesetzt wurde das System für z.B. Kenia, Süd-Afrika, Kongo oder auch im Gaza-Streifen. Eine Information noch nebenbei: es gibt ungefähr 800 Blogger in Kenia.

Leider ist der Vortrag zur News-Aggregierung mit Rivva von Frank Westphal wegen Krankheit ausgefallen. Das fand ich besonders schade, da ich wegen paralleler Sessions so manche nicht sehen konnte und gerade zu diesem Zeitpunkt keine andere interessante lief.

Die von vielen als Session-Highlight empfundenen Session von Lawrence LessigRemix” entsprach den Erwartungen und war wie gewohnt sehr spannend und inspirierend. Ich mag seinen Vortragsstil und spezielle seine Folien sehr gern. Eine wunderbare Darlegung seiner Thesen zum Thema Copyright: Jede Nutzung von Internetinhalten erzeugt eine Kopie; Copyrightgesetze sind aus diesem Grund zumindest für Amateure obsolet.

Obwohl die Session für mich heute deutlich interessanter waren, sind die Gespräche, die außerhalb der Session geführt werden, immer noch das Interessanteste auf Konferenzen. Wenn es dann noch interessante Sessions gibt, werden die folgenden Gespräche noch spannender. Ich hoffe, dass es morgen genauso so schön weiter geht, wie der Tag heute endete.

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Oliver Berger schrieb am 2. April 2009 zuEvents

Conference Hopping Tag 06: Berlin

re:publica 09 _01

Tag 06 des Conference Hopping sollte eigentlich ganz im Zeichen der re:publica’09 stehen. Doch der geneigte Leser unseres Blogs hat sicher schon festgestellt, dass in unserer Berichterstattung (bislang) Tag 05 fehlt. Michael und ich hatten für gestern um 21:10 Uhr einen Flug von Paris nach Berlin gebucht. Den ganzen Tag über auf der Marketing 2.0 Conference haben wir mit anderen über die bevorstehende Rückreise, die re:publica von Mittwoch bis Freitag und das zurückliegende Barcamp London gesprochen. Die bevorstehende Rückreise. Wie auch die Ankunft in Paris am Flughafen Charles de Gaulle (CDG) sollte natürlich auch die Rückreise auf gleiche Art und Weise vor sich gehen.

Paris – Berlin oder Wir fliegen gar nicht ab CDG?

Als wir dann im RER (B) nach CDG einen Blick auf unsere Tickets geworfen haben, wurde uns schnell klar, dass wir, bzw. EasyJet, gar nicht von CDG nach Berlin fliegt. Die Flüge gehen ab Paris Orly. Als wir das festgestellt haben, war es aber für eine rechtzeitige Ankunft dort schon zu spät und so sind wir bis CDG gefahren, dort angekommen als anderenorts unser Flieger nach Berlin abhob und dann sind wir wieder in die Innenstadt von Paris zurück. Zum Gare du Nord.

Unterwegs haben wir ein paar kurze Hilferufe per Twitter abgesetzt und Dank der schnellen Hilfe anderer Twitternutzer (@cyliax, @saxotom, @gibro, @miss_z, @warpx et al.) eine gute Auswahl an Hotels nahe des Gare du Nord und auch sonstige Tipps bekommen, was wir nun tun könnten. Also haben wir ein Hotel bezogen, ein Internet-Cafe gesucht, da das versprochene WLAN im Hotel leider nicht bis in den 7. Stock reichte und sich auch sonst als unzuverlässig erwiesen hat, und dort zwei Tickets für den ersten Flug am Mittwoch Morgen nach Berlin gebucht. Fast hätten wir diese dann nicht mehr drucken können, da das Cafe kurz nach unserer Ankunft dort schließen wollte … aber wir haben Glück gehabt. Und hätte dies nicht geklappt, so hätten wir uns die Tickets als PDF von unserem eigenen SipGate Webfax Anschluss in unser Hotel faxen lassen (vielen Dank an Reiner/@warpx für die Idee).

Also sind wir um 05 Uhr aufgestanden, haben ein Taxi zum Flughafen (Orly) genommen und sind dann rechtzeitig dort angekommen, haben eingecheckt und sind bis zum Gate 16 vorgedrungen. Die Maschine war bereits gelandet und in Parkposition, da hieß es plötzlich via Lautsprecherdurchsage, “Der Abflug .. von Flug Nummer .. von Paris nach Berlin .. verspätet sich wegen eines Streiks der Tankgesellschaften um unbestimmte Zeit.” Wir wollten doch zur re:publica. Nach einigem Warten dann das GO und wir konnten das Flugzeug boarden. Nach weiteren zwei Stunden des Wartens an Bord (ohne Getränke oder Entschuldigung seitens EasyJet – auch hier völliger #fail) sind wir dann ca. um die Uhrzeit gestartet, als wir eigentlich in Berlin ankommen wollten.

In Berlin angekommen haben wir uns dann am Hauptbahnhof getrennt. Michael ist direkt zur re:publica gefahren und ich habe noch gut vier Stunden in der DB-Lounge am Hauptbahnhof in Berlin die Mails der letzten 2,5 Tage beantwortet. Denn WLAN gab es in Paris ja auch nicht wirklich.

Alles in allem stellen wir nach sechs Tagen Conference Hopping fest, dass es doch enorm anstrengend, wenn auch lohnend, ist, eine ganze Reihe Konferenzen direkt ohne Pause dazwischen zu besuchen.

Fazit am ersten Tag der re:publica’09

Glücklicherweise kam uns die re:publica’09 dann heute mit einem sehr seichten Programm entgegen, das durchgängig von allen Teilnehmern, mit denen wir im Laufe des Tages sprechen konnten, als größtenteils oberflächlich bezeichnet wurde. Natürlich gab es auch hier Ausnahmen, z.B. die spannenden Visualisierungen von John Kelly in seinem Vortrag “Mapping the global blogosphere”.

Ansonsten waren sich die meisten darin einig, dass der heutige Tag gut genug war, um sich des warmen Berliner Sonnenscheins auf der Freitreppe vor dem Friedrichstadtpalast zu erfreuen und sich einfach miteinander zu unterhalten.

re:publica 09 _07 re:publica 09 _06
re:publica 09 _09 re:publica 09 _05

Wie schon auf dem Barcamp London 6 festgestellt, “Barcamp (and other conferences) is not about sessions or even the grid – it’s about meeting people converging on space and time.” Dies galt in verstärktem Maße auch heute für die re:publica.

Mittwoch wird es dann in jedem Fall spannend, denn am Mittag gegen 12:00 Uhr treffen wir uns mit anderen Interessierten, um darüber zu entscheiden, wie, wann und ob das Social Media Camp in diesem Jahr stattfinden soll. Jeder an Social Media Interessierte ist eingeladen, dabei zu sein.

Weitere Fotos von der re:publica finden sich im Album “re:publica 09″ wie üblich im flickr-Stream des 13. Stocks.

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